22 Februar 2012
Kratie (16.02.2012 – 19.02.2012)
Auf nach Kratie im Norden des Landes und die seltenen Mekongdelphine mit ihren platten Nasen anschauen! Nach der Ankunft entschieden wir uns für die faule Variante der Zimmersuche und begaben uns direkt am „Busbahnhof“ in die Obhut eines auf den ersten Eindruck vertrauenswürdigen Tuk Tuk – Fahrers, der uns ein günstiges Hotelzimmer direkt am Mekong offerierte. Das Angebot hielt mit großer Sonnenterrasse und „asiatisch-sauberen“ Zimmern was es versprach und ermöglichte es uns, kaum 15 Minuten nach Ausstieg aus dem Bus schon nach etwas eßbarem Ausschau zu halten – besser kann der Start nicht laufen. Kratie selbst ist ein relativ verschlafener und wohlhabender Ort, genau das richtige, um ein paar Tage auszuspannen. Parallel zum Mekong befindet sich die Hauptstraße der Kleinstadt an der sich ein Stand (von Fisch bis Zahnpasta kann hier alles erworben werden) an den anderen reiht. Es wird Klebreis mit Bohnen und Kokosmilch (Krolan) angeboten, der wie Milchreis schmeckt und im Bambusrohr gedämpft und verkauft wird. Haben uns zum Probieren direkt mal ein dickes Rohr gekauft und ratzeputz ausgeschabt.
Am nächsten Tag wurden wir vom TukTuk-Fahrer Soda, der neben dem Fahrerdasein noch als Kellner arbeitet und hauptberuflich Französischlehrer ist, zu der Stelle des Flusses gebracht, die die Delphine gern zum Luftholen nutzen. Mit dem Boot wurden wir zwei in die Mitte des Flusses geschippert und durften die eindrucksvolle Stille an diesem wirklich schönen Ort genießen, die von Zeit zu Zeit von einem Pfffft-Geräusch (das, wenn ein Delphin an der Oberfläche das Atemrohr freibläst) durchbrochen wurde. In der Stunde auf dem Wasser haben wir viele Delphine um uns herum gesehen, die einzeln oder in kleinen Gruppen hin- und herschwammen. Auch wenn ganz nah am Boot leider kein Kopf aus dem Wasser aufgetaucht ist, so war es trotzdem eine einzigartige Erfahrung.
Auf der Höhe von Krati befindet sich eine Insel im Mekong: Koh Trong. Auf der Insel kann man einen 9 km langen Rundweg abgehen oder -fahren und dabei das Leben im Inseldorf kennenlernen. Wir haben uns hier das erste Mal für ein Fahrrad entschieden, da uns die 9 km-Strecke notfalls auch mit einem schrottreifen Rad im Schlepptau machbar schien, falls eines der Räder unter uns zusammenbrechen würde. Tatsächlich haben aber beide Räder die holprige Fahrt über den Inselhighway gut überstanden. Vom Mekong umschlossen wartet Koh Trang mit einem mehrere hundert Meter langen Sandstrand zwischen Fluss und Inselinneren auf, der an die Ebbelandschaft an der Nordsee erinnert. Die Insel war einer der schönsten Flecken, die wir bisher auf unserer Reise gesehen haben – muss ja nicht immer alles Welterbe sein, was geil ist...
Als nächstes stehen Siem Reap und die Tempel rund um Angkor Wat auf dem Plan – nichts wie hin!
Am nächsten Tag wurden wir vom TukTuk-Fahrer Soda, der neben dem Fahrerdasein noch als Kellner arbeitet und hauptberuflich Französischlehrer ist, zu der Stelle des Flusses gebracht, die die Delphine gern zum Luftholen nutzen. Mit dem Boot wurden wir zwei in die Mitte des Flusses geschippert und durften die eindrucksvolle Stille an diesem wirklich schönen Ort genießen, die von Zeit zu Zeit von einem Pfffft-Geräusch (das, wenn ein Delphin an der Oberfläche das Atemrohr freibläst) durchbrochen wurde. In der Stunde auf dem Wasser haben wir viele Delphine um uns herum gesehen, die einzeln oder in kleinen Gruppen hin- und herschwammen. Auch wenn ganz nah am Boot leider kein Kopf aus dem Wasser aufgetaucht ist, so war es trotzdem eine einzigartige Erfahrung.
Auf der Höhe von Krati befindet sich eine Insel im Mekong: Koh Trong. Auf der Insel kann man einen 9 km langen Rundweg abgehen oder -fahren und dabei das Leben im Inseldorf kennenlernen. Wir haben uns hier das erste Mal für ein Fahrrad entschieden, da uns die 9 km-Strecke notfalls auch mit einem schrottreifen Rad im Schlepptau machbar schien, falls eines der Räder unter uns zusammenbrechen würde. Tatsächlich haben aber beide Räder die holprige Fahrt über den Inselhighway gut überstanden. Vom Mekong umschlossen wartet Koh Trang mit einem mehrere hundert Meter langen Sandstrand zwischen Fluss und Inselinneren auf, der an die Ebbelandschaft an der Nordsee erinnert. Die Insel war einer der schönsten Flecken, die wir bisher auf unserer Reise gesehen haben – muss ja nicht immer alles Welterbe sein, was geil ist...
Als nächstes stehen Siem Reap und die Tempel rund um Angkor Wat auf dem Plan – nichts wie hin!
18 Februar 2012
KAMBODSCHA: Phnom Penh (14.02.2012 – 16.02.2012)
Nach sechs Stunden Fahrt und unkomplizierter Einreise nach Kambodscha (inklusive Fiebermessen an der Grenze) erreichten wir Phnom Penh. Somit haben wir - und das ist uns auch erst gerade aufgefallen - in den vier bisher bereisten Ländern immer zuerst die Hauptstadt gesehen. Zufall. Hier ist es jetzt richtig warm und feucht: Über dreißig Grad in einer (asiatischen) Großstadt sind kein Zuckerschlecken. Daher sind wir auch dazu übergegangen, in den Mittagsstunden nicht viel zu tun und direkte Sonnenstrahlung zu meiden: Das bedeutet, dass wir uns Eiskaffees oder Fruitshakes in Cafes gönnen oder eine gepflegte Siesta auf dem Bett unter dem Ventilator einlegen.
Wir haben ein tolles Guesthouse gefunden. Zuerst war uns nur aufgefallen, dass das Personal durch die Bank sehr jung ist. Nachher hat uns „Mama“, die unglaublich liebe und immer lachende Besitzerin erklärt, dass die „Angestellten“ Jugendliche aus ländlichen Gegenden sind, die studieren möchten und vorher in Einrichtungen wie unserem Guesthouse Englisch lernen, indem sie mit den Touristen in Kontakt kommen. Die Jungs und Mädchen sind unglaublich motiviert, übernehmen Arbeiten im Haus, nehmen Bestellungen der Gäste auf oder sie sitzen im Gemeinschaftbereich auf der Dachterrasse und man kann sich mit ihnen unterhalten. Immer mit dabei ist in jedem Fall ihr Vokabelheftchen.
Am ersten Abend gingen wir zum nahegelegenen Olympiastadion. Anfang der 60er Jahre wurde der gesamte Sportkomplex errichtet, die Olympiade wurde aber kurzfristig aufgrund politischer Unruhen abgesagt. In der Stadt steht seitdem dieses riesige Stadion mit angrenzender Schwimmarena und diversen Sporthallen. Seit den 60er Jahren wurde hier auch nichtmehr viel verändert, auch die Schale für das Olympische Feuer steht noch so da wie vor 50 Jahren. Die Stadtbewohner nutzen das Stadion fleißig, z.B. für eine Art von public sports wie man ihn in Asien häufig vorfindet: Zum Sonnenauf und -untergang finden sich für eine Stunde etwa 500 Frauen (und ein paar Männer) ein, die dann Aerobic zum hiesigen Khmer-Techno machen. Es gibt mehrere Vortänzer, die ihre Boxen aufbauen und alle anderen machen einfach mit. Sportbekleidung wir selten genutzt. Hier wird sich in Flip Flops mit Socken und in dicken Jeans zum Takt bewegt, während wir in kurzen Hosen und T-Shirts im Stand zerfließen. Irgendwie war das in diesem Stadion schon wie von einer anderen Welt...Noch ein Wort zur Standarddamenbekleidung in Kambodscha. Die Ladies pflegen hier tagsüber bunte oder schräggemusterte Schlafanzüge zu tragen. Ob das so bekannt ist, dass es in Europa und Amerika als Schlafanzug getragen wird, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist es einfach nur zweckmäßig, da frau dann eine in sich stimmige luftige Klamotte trägt.
Bei unserem Stadtbummel am darauffolgenden Tag waren wir noch in der beeindruckenden riesigen Markthalle und im Nationalmuseum. Man kann allerdings vorsichtig behaupten, dass man nicht allzu lange braucht, um die Sehenswürdigkeiten von Phnom Penh zu sehen. Das bestätigte uns auch schon Jason, den wir auf unserer Halong-Bootstour kennengelernt hatten. Der hat hier für eine Zeit lang als Freiwilliger für eine Organisation gearbeitet die der benachteiligten Landbevölkerung in puncto Landrecht eine Stimme verleiht. Als freischaffender Lobbyist in London war Jason da bestimmt ganz nützlich.
Nach den vielen Städten in der letzten Zeit ist uns aber jetzt echt danach, Landluft zu schnuppern und endlich das einfache, ländlichere Kambodscha zu sehen. Bustickets sind gekauft, jetzt gehts nach Kratie in den wilden Nordosten. Vielleicht sehen wir ja ein paar Flussdelphine, die solls da nämlich geben...
Wir haben ein tolles Guesthouse gefunden. Zuerst war uns nur aufgefallen, dass das Personal durch die Bank sehr jung ist. Nachher hat uns „Mama“, die unglaublich liebe und immer lachende Besitzerin erklärt, dass die „Angestellten“ Jugendliche aus ländlichen Gegenden sind, die studieren möchten und vorher in Einrichtungen wie unserem Guesthouse Englisch lernen, indem sie mit den Touristen in Kontakt kommen. Die Jungs und Mädchen sind unglaublich motiviert, übernehmen Arbeiten im Haus, nehmen Bestellungen der Gäste auf oder sie sitzen im Gemeinschaftbereich auf der Dachterrasse und man kann sich mit ihnen unterhalten. Immer mit dabei ist in jedem Fall ihr Vokabelheftchen.
Am ersten Abend gingen wir zum nahegelegenen Olympiastadion. Anfang der 60er Jahre wurde der gesamte Sportkomplex errichtet, die Olympiade wurde aber kurzfristig aufgrund politischer Unruhen abgesagt. In der Stadt steht seitdem dieses riesige Stadion mit angrenzender Schwimmarena und diversen Sporthallen. Seit den 60er Jahren wurde hier auch nichtmehr viel verändert, auch die Schale für das Olympische Feuer steht noch so da wie vor 50 Jahren. Die Stadtbewohner nutzen das Stadion fleißig, z.B. für eine Art von public sports wie man ihn in Asien häufig vorfindet: Zum Sonnenauf und -untergang finden sich für eine Stunde etwa 500 Frauen (und ein paar Männer) ein, die dann Aerobic zum hiesigen Khmer-Techno machen. Es gibt mehrere Vortänzer, die ihre Boxen aufbauen und alle anderen machen einfach mit. Sportbekleidung wir selten genutzt. Hier wird sich in Flip Flops mit Socken und in dicken Jeans zum Takt bewegt, während wir in kurzen Hosen und T-Shirts im Stand zerfließen. Irgendwie war das in diesem Stadion schon wie von einer anderen Welt...Noch ein Wort zur Standarddamenbekleidung in Kambodscha. Die Ladies pflegen hier tagsüber bunte oder schräggemusterte Schlafanzüge zu tragen. Ob das so bekannt ist, dass es in Europa und Amerika als Schlafanzug getragen wird, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist es einfach nur zweckmäßig, da frau dann eine in sich stimmige luftige Klamotte trägt.
Bei unserem Stadtbummel am darauffolgenden Tag waren wir noch in der beeindruckenden riesigen Markthalle und im Nationalmuseum. Man kann allerdings vorsichtig behaupten, dass man nicht allzu lange braucht, um die Sehenswürdigkeiten von Phnom Penh zu sehen. Das bestätigte uns auch schon Jason, den wir auf unserer Halong-Bootstour kennengelernt hatten. Der hat hier für eine Zeit lang als Freiwilliger für eine Organisation gearbeitet die der benachteiligten Landbevölkerung in puncto Landrecht eine Stimme verleiht. Als freischaffender Lobbyist in London war Jason da bestimmt ganz nützlich.
Nach den vielen Städten in der letzten Zeit ist uns aber jetzt echt danach, Landluft zu schnuppern und endlich das einfache, ländlichere Kambodscha zu sehen. Bustickets sind gekauft, jetzt gehts nach Kratie in den wilden Nordosten. Vielleicht sehen wir ja ein paar Flussdelphine, die solls da nämlich geben...
16 Februar 2012
Saigon (12.02.2012 – 14.02.2012)
Der Schlafbus spuckte uns also morgens um sechs Uhr mitten in Saigon aus. Man weiß vorher nie so genau wo genau am Zielort man schließlich landet. Manchmal steuert der Busfahrer einen Busbahnhof in einem Außenbezik steuert (vielleicht damit die ansässigen Tuk Tuk- oder Taxifahrer noch etwas dazu verdienen können) manchmal findet man sich mitten im Zentrum wieder. Diesmal hatten wir Glück und wurden nur einen Block von der Straße abgesetzt, wo wir geplant hatten, uns ein Minihotel zu suchen. Minihotel bezieht sich in Saigon eher auf die Breite der jeweiligen Gebäude. Sie sind oft nur 4 Meter breit, dafür aber sehr tief, was dazu führt dass es immer einige innenliegende Räume ohne Fenster gibt. Der Tatsache bereits ins Auge blickend, dass wir unsere voluminösen Rucksäcke nun in den 7. Stock unseres Hotels schleppen mussten, schwebte uns im Treppenhaus ein großer Eisenhaken von oben entgegen: Eine freundliche Hotelangestellte beförderte unser Gepäck am hauseigenen Treppenhauskran nach oben, wir mussten aber laufen.
Im Vergleich zu Hanoi ist Saigon nochmal eine Spur „großstädtischer“. Hier gibt es Hochhäuser und schmale Straßenschluchten in denen sich die Menschen trubeln, Garküchen, Straßencafes und natürlich jede Menge Motorroller, mit denen wirklich alles und jeder transportiert wird. Man kann hier wirklich Stunden damit verbringen zu beobachten, was um einen herum passiert und es wird nie langweilig. Ständig kommt jemand und bietet Zigaretten oder Ledergürtel aus dem Bauchladen an, besonders beeindruckend aber sind die kleinen asiatischen Frauen, die Bücher zu Türmen geschnürt haben (in Vietnam gibt es übrigens scheinbar nur kopierte Bücher) und auf der Hüfte durch die Gegend balancieren. Jedenfalls egal was der Händler anbietet: Nachdem man abgelehnt hat, wird einem in den allermeisten Fällen noch Marihuana angeboten. Wenn man abends vor einer Bar sitzt passiert das etwa alle paar Minuten (Sir, Books? – No, thank you – Marihuana? – No, thank you).
Im Zentrum von HSMC befindet sich der 1964 fertiggestellte Unabhängigkeitspalast. Dieser war bis zu seiner Eroberung 1975 der Präsidentensitz Südvietnams. Seitdem wurde die Einrichtung und Ausstattung so belassen wie sie zu diesem Zeitpunkt war. Wir sind eigentlich hin, um auf eigene Faust durch die Hallen zu stöbern, wurden dann aber am Eingang mit dem Angebot einer kostenlosen englischsprachigen Tour überrascht. Unser Guide war eine junge superhübsche Vietnamesin, die sehr gut verständliches Englisch gesprochen hat. Die Tour hat sich wirklich gelohnt, da uns ohne Erklärung die versteckte Symbolik bei der Palastgestaltung entgangen wäre. Die Architektur erinnert etwas an die 60er Jahre James-Bond-Kulissen: Heimkino, Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach, Bar mit dicken Ledersitzen, Luftschutzbunker mit Geheimgängen und so weiter... Der Palast ist in repräsentative und private Bereiche unterteilt und sehr offen gestaltet. Durch das warme Klima konnte man auf eine Trennung von Innen- und Außenbereichen verzichten und so tolle Übergänge schaffen. Teilweise merkt man gar nicht, wenn man von einem Innenaum wieder in einen Teil des Hofes gegangen ist. Ben war so begeistert, dass er vor lauter Fotografieren häufiger fast den Anschluss zur Gruppe verpasst hätte Die Einrichtung geht auf den zweiten Präsidenten zurück, dem es als einzigem vietnamesischen Präsident vergönnt war, längere Zeit im Palast zu wohnen. Heute wird der Palast nur noch für für offizielle Veranstaltungen genutzt und steht ansonsten den Touristen zur Verfügung. Draußen vor dem Gebäude stehen übrigens noch zwei Panzer und ein Kampfflugzeug, mit denen der Palast angegriffen wurde.
Im Vergleich zu Hanoi ist Saigon nochmal eine Spur „großstädtischer“. Hier gibt es Hochhäuser und schmale Straßenschluchten in denen sich die Menschen trubeln, Garküchen, Straßencafes und natürlich jede Menge Motorroller, mit denen wirklich alles und jeder transportiert wird. Man kann hier wirklich Stunden damit verbringen zu beobachten, was um einen herum passiert und es wird nie langweilig. Ständig kommt jemand und bietet Zigaretten oder Ledergürtel aus dem Bauchladen an, besonders beeindruckend aber sind die kleinen asiatischen Frauen, die Bücher zu Türmen geschnürt haben (in Vietnam gibt es übrigens scheinbar nur kopierte Bücher) und auf der Hüfte durch die Gegend balancieren. Jedenfalls egal was der Händler anbietet: Nachdem man abgelehnt hat, wird einem in den allermeisten Fällen noch Marihuana angeboten. Wenn man abends vor einer Bar sitzt passiert das etwa alle paar Minuten (Sir, Books? – No, thank you – Marihuana? – No, thank you).
Im Zentrum von HSMC befindet sich der 1964 fertiggestellte Unabhängigkeitspalast. Dieser war bis zu seiner Eroberung 1975 der Präsidentensitz Südvietnams. Seitdem wurde die Einrichtung und Ausstattung so belassen wie sie zu diesem Zeitpunkt war. Wir sind eigentlich hin, um auf eigene Faust durch die Hallen zu stöbern, wurden dann aber am Eingang mit dem Angebot einer kostenlosen englischsprachigen Tour überrascht. Unser Guide war eine junge superhübsche Vietnamesin, die sehr gut verständliches Englisch gesprochen hat. Die Tour hat sich wirklich gelohnt, da uns ohne Erklärung die versteckte Symbolik bei der Palastgestaltung entgangen wäre. Die Architektur erinnert etwas an die 60er Jahre James-Bond-Kulissen: Heimkino, Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach, Bar mit dicken Ledersitzen, Luftschutzbunker mit Geheimgängen und so weiter... Der Palast ist in repräsentative und private Bereiche unterteilt und sehr offen gestaltet. Durch das warme Klima konnte man auf eine Trennung von Innen- und Außenbereichen verzichten und so tolle Übergänge schaffen. Teilweise merkt man gar nicht, wenn man von einem Innenaum wieder in einen Teil des Hofes gegangen ist. Ben war so begeistert, dass er vor lauter Fotografieren häufiger fast den Anschluss zur Gruppe verpasst hätte Die Einrichtung geht auf den zweiten Präsidenten zurück, dem es als einzigem vietnamesischen Präsident vergönnt war, längere Zeit im Palast zu wohnen. Heute wird der Palast nur noch für für offizielle Veranstaltungen genutzt und steht ansonsten den Touristen zur Verfügung. Draußen vor dem Gebäude stehen übrigens noch zwei Panzer und ein Kampfflugzeug, mit denen der Palast angegriffen wurde.
13 Februar 2012
Nha Trang (10.02.2012 – 11.02.2012)
Mit dem Schlafbus kamen wir morgens gegen 6 Uhr in Nha Trang an. Im Bus hatten wir ein paar Deutsche wiedergetroffen (in den Open Tour-Bussen trifft man des öfteren bekannte Gesichter) denen wir schlaftrunken einfach in ein nettes Strandhotel gefolgt sind. Einmal an Ort und Stelle legten wir einen gepflegten Strandtag ein. Zu Nha Trang muss nicht soviel gesagt werden: größere Stadt mit schönem km-langem Strand und weniger schöner Hotelarchitektur. Die Strandkulisse wird durch Berge und einigen Inseln in der Bucht perfekt und zieht viele Badeurlauber – darunter auch furchtbar viele Russen - an. Kurzum: Hier kann man super in der Sonne liegen, die Nase in die Brise halten und sich abends volllaufen lassen. Uns hat ein Aufenthalt von zwei Tagen ausgereicht, da wir dann doch nicht ganz zu den sich halbstündlich wendenen Dauerbrutzlern gehören. Bei einer Stadttour erklommen wir den Tempelberg, auf dem eine riesige und von weitem sichtbare weiße Buddhastatue steht. Nach dem Aufstieg bietet sich ein toller Blick auf die Stadt. Aus dieser Perspektive fiel es auch gar nicht mehr auf, dass Nha Trang heutzutage die gleichen Bausünden begeht wie vor einiger Zeit die Badeorte am Mittelmeer es getan haben. Hier entstehen momentan riesige Hotelklötze in nächster Nähe zum Meer – schöner wird Nha Trang dadurch in Zukunft mit Sicherheit nicht werden. Nach zwei Tagen Kräftesammeln stürzen wir uns nun mit dem Schlafbus nach Saigon (Parteifunktionären eher als Ho Chi Minh Stadt bekannt), der größten Stadt Vietnams.
11 Februar 2012
Hoi An (07.02.2012 – 09.02.2012)
In Hoi An haben Postkarten-Fotografen leichtes Spiel. Einfach in der Altstadt ein paar Schüsse aus der Hüfte und man ist fertig. Der schöne Stadtkern samt Hafen steht unter Denkmalschutz und in den kleinen Häusern mit gelben Fassaden und dunkelbraunem Mobiliar haben unzählige Kunsthandwerker und Schneider ihre Ateliers eingerichtet. Hoi An hat den Ruf, dass man sich für sehr wenig Geld Anzüge und Kleider nach Maß schneidern lassen kann. So sieht auch dann für die meisten Besucher der typische Aufenthalt aus: Man sucht einen Schneider seines Vertrauens auf (oder den, auf den das Hotel 10% Rabatt gibt), wählt aus Modemagazinen aus ob es ein Armani-Exemplar oder sonstwas sein darf und wartet einen Tag auf das finale Anpassen. Danach werden die Stücke fertiggestellt und ins Heimatland geschickt. Wir haben uns darauf beschränkt, in Cafes zu sitzen, bzw. Bens Erkältung auszukurieren, bevor es weiter nach Nha Trang geht. Da es in Hoi An keine typischen Budget-Unterkünfte, sondern nur Mittelklassehotels gibt, konnten wir die Extra-Ausstattung unseres Riesenzimmers (Wasserkocher & Teekanne, Kühlschrank und TV mit Moviechannel) zu Bens schneller Genesung einsetzen. Das war mal eine Erkältung mit Timing.
10 Februar 2012
Hue (05.02.2012 – 07.02.2012)
Nach unserer kleinen Kreuzfahrt fuhren wir nach einem weiteren Tag in Hanoi mit dem Schlafbus in Richtung Süden nach Hue. In einem solchem Schlafbus haben können sich 32 Personen liegend von Ort zu Ort kutschieren lassen. Wie immer in Asiens Verkehrsmitteln gilt auch hier: Je kürzer die Beine, desto komfortabler die Reise. Auf der Seite schläft es sich aber auch als Europäer gut.
Etwas ermattet von der Nachtfahrt machten wir uns aber trotzdem auf, um die Außenmauern der Zitadelle (s.u.) einmal fußläufig zu umrunden. Weil unser Weg scheinbar nicht so häufig von Reisenden genutzt wird, wurden wir von kleinen Kindern und älteren Leuten schon als kleine Attraktion aufgefasst. Im Gegensatz zu dem, was wir im Vorfeld von Vietnam gehört und auch schon selbst erlebt haben (die im Tourismus tätigen Einheimischen sind manchmal etwas forscher bis unfreundlich im Umgang mit uns „laufenden Geldbörsen“), sind wir auf diesem Spaziergang oft mit einem freundlichen „Hello“ begrüßt und mit einem herzlichen Lächeln bedacht worden. Schön!
Der Unterschied zu Hanoi macht sich in erster Linie bei den Temperaturen bemerkbar: Jetzt kann man auch endlich wieder mit kurzer Hose und Schlappen auf dem Balkon sitzen und Blog schreiben. Die Stadt ist relativ ruhig, aber vielleicht kommt einem das auch nur so vor, wenn man vorher in der (Moped-)Hauptstadt war. Hin und wieder fährt mal ein Roller vorbei, der meistens noch nichteinmal hupt. Durch die Stadt fließt der Parfümfluss. Dass der besonders gut riecht, ist uns allerdings nicht aufgefallen. Auf der einen Seite befindet sich der eigentliche Stadtkern und auch unser Hostel. Jenseits des Flusses befindet sich die Hauptattraktion von Hue: Eine riesige alte Zitadelle, die 1804 als Festungsanlage erbaut wurde. Durch den schweren Beschuss während des Vietnamkriegs sind nur noch wenige Strukturen erhalten, so dass sie heute eigentlich nur noch landwirtschaftlich genutzt wird. Außerdem können in Hue noch mehrere Kaisergrabstätten und religiöse Heiligtümer besichtigt werden.
Etwas ermattet von der Nachtfahrt machten wir uns aber trotzdem auf, um die Außenmauern der Zitadelle (s.u.) einmal fußläufig zu umrunden. Weil unser Weg scheinbar nicht so häufig von Reisenden genutzt wird, wurden wir von kleinen Kindern und älteren Leuten schon als kleine Attraktion aufgefasst. Im Gegensatz zu dem, was wir im Vorfeld von Vietnam gehört und auch schon selbst erlebt haben (die im Tourismus tätigen Einheimischen sind manchmal etwas forscher bis unfreundlich im Umgang mit uns „laufenden Geldbörsen“), sind wir auf diesem Spaziergang oft mit einem freundlichen „Hello“ begrüßt und mit einem herzlichen Lächeln bedacht worden. Schön!
Der Unterschied zu Hanoi macht sich in erster Linie bei den Temperaturen bemerkbar: Jetzt kann man auch endlich wieder mit kurzer Hose und Schlappen auf dem Balkon sitzen und Blog schreiben. Die Stadt ist relativ ruhig, aber vielleicht kommt einem das auch nur so vor, wenn man vorher in der (Moped-)Hauptstadt war. Hin und wieder fährt mal ein Roller vorbei, der meistens noch nichteinmal hupt. Durch die Stadt fließt der Parfümfluss. Dass der besonders gut riecht, ist uns allerdings nicht aufgefallen. Auf der einen Seite befindet sich der eigentliche Stadtkern und auch unser Hostel. Jenseits des Flusses befindet sich die Hauptattraktion von Hue: Eine riesige alte Zitadelle, die 1804 als Festungsanlage erbaut wurde. Durch den schweren Beschuss während des Vietnamkriegs sind nur noch wenige Strukturen erhalten, so dass sie heute eigentlich nur noch landwirtschaftlich genutzt wird. Außerdem können in Hue noch mehrere Kaisergrabstätten und religiöse Heiligtümer besichtigt werden.
06 Februar 2012
Halong Bucht (02./03.02.2012)
Wir machten uns also am Donnerstag in aller Frühe auf die Socken, um die dreistündige Busfahrt an die Halong Bucht anzutreten. Die Wettervorhersage hat sich hier mal bewahrheitet: Nebel, Regen, kalt. Mit von der Partie waren 12 andere Backpacker, mit denen wir dann eingecheckt wurden. Auf der Holzdschunke gab einen Gemeinschaftsraum und 7 bequeme Doppelkabinen mit Fenstern. Von dort aus konnten wir wunderbar auf dem Bett liegen und zusehen, wie das Schiff durch die Bucht schipperte. Das schlechte Wetter hielt leider beide Tage an, so dass man nicht gerade Postkartenmotive schießen konnte. Uns gefiel aber die mystische Atmosphäre, wie die nebelverhangenen Felsen auftauchten und wieder verschwanden auch ganz gut. Die Halong Bucht lohnt sich bei jeder Wetterlage! Ab und zu passierten wir kleine schwimmende Dörfer, von denen aus fleißige Obsthändlerinnen in Ruderbooten in See stachen, um die Touris vor Skorbut zu bewahren. Außerdem besichtigten wir noch eine relativ große Tropfsteinhöhle, die aber a la Disneyland etwas überzogen illuminiert wurde. Schade, denn dadurch wurde der natürliche Charme überdeckt. Danach ankerten wir in einer Bucht und weil bei dieser Witterung an Schwimmen gehen oder rumhängen auf dem Sonnendeck nicht zu denken war, machten wir uns abends mit den Anderen im Gemeinschaftsbereich breit und plätteten gepflegt ein paar Dosen Bier. Die Gruppe war äußerst harmonisch, obwohl wir - abgesehen vom Kapitän und dem Koch - die Ältesten auf dem Boot waren.
04 Februar 2012
Hanoi (30.01.2012 – 02.02.2012)
Der erste Eindruck von Vietnam: Statt durch durch dicht bewaldete und serpentinenreiche Bergregionen zu fahren wird es in Richtung Hanoi flacher. Die Straßen werden von scheinbar endlosen Reisfeldern gesäumt, außerdem trägt direkt hinter der Grenze nahezu jeder Einheimische – zumindest auf dem Land – die typischen kegelförmigen Strohhüte.
Der erste Eindruck von Hanoi: Hupende Roller und Mopeds, die in Massen durch die Stadt düsen. Die Straße zu überqueren ist anfangs ein Wagnis, aber wenn man in gleichmäßigem Tempo ohne die Geschwindigkeit zu ändern oder gar zu stoppen auf die andere Straßenseite zusteuert, klappts. Am besten man sieht gar nicht hin, wie sich die Zweiradmasse neben einem teilt.
Im Prinzip halten sich die meisten Touristen hier nur im „Old Quarter“auf. In der wuseligen Altstadt mit ihren engen Gassen teilt man sich die Straße mit den Rollern, weil die Bürgersteige mit parkenden Rollern, Marktständen oder Garküchen blockiert sind. Hin und wieder wird mal etwas Müll auf einem kleinen Feuerchen verbrannt und es gibt alle erdenklichen Markenartikel für erstaunlich wenig Geld zu kaufen. Das Zusammenspiel von traditionellen Garküchen und „modernen“ Cafés und Boutiquen im Straßenbild zu beobachten, ist ein abendfüllendes Programm. Durch Zufall sind wir auf das nagelneue Hanoi Backpackers Hostel gestoßen und direkt dort eingekehrt. Hier schlafen wir jetzt das erste Mal in einem Mehrbettzimmer mit 3 Etagenbetten. Unser Bett ist ein 1,40 m breites Etagenbett - das haben wir auch noch nie gesehen. Wir teilen uns einen tollen Gemeinschaftsraum mit Billardtisch, Kicker, Riesenfernseher, Sitzsäcken und kuscheligen Sofas mit anderen Reisenden: Das erste klassische Backpackerhostel auf unserer Reise ist ein echter Glücksgriff und wartet zusätzlich sogar mit kostenlosem Frühstück auf.
Hanoi zeigte sich während unseres Aufenthaltes von seiner grauen Seite und gab uns zudem die Möglichkeit auch mal die zweite und dritte Schicht der Funktionskleidung zur Schau zu tragen – trotz Vorwarnung haben uns die Niedrigtemperaturen von weniger als 20° C kalt erwischt. Andererseits war das auch mal ganz angenehm, wenn man bedenkt, dass wir Bangkok und andere Städte bei Temperaturen jenseits der 30°C erkundet haben. Um zwischendurch vom Ameisenhaufen in der Altstadt Abstand zu gewinnen, kann man wunderbar um den zentral gelegenen See, zum monumentalen Ho Chi Minh – Mausoleum und ins angrenzende Regierungsviertel mit Präsidentenpalast spazieren.
Trotz des vergleichsweise ungemütlichen Wetters haben wir es gewagt, ein Ticket für eine zwei Tage lange Bootstour in der Ha Long Bucht zu buchen. Unser Hostel bietet diese Tour für Gäste an. Der Vorteil: Man wird nicht von externen Veranstaltern über den Tisch gezogen – das soll hier vorkommen.
Der erste Eindruck von Hanoi: Hupende Roller und Mopeds, die in Massen durch die Stadt düsen. Die Straße zu überqueren ist anfangs ein Wagnis, aber wenn man in gleichmäßigem Tempo ohne die Geschwindigkeit zu ändern oder gar zu stoppen auf die andere Straßenseite zusteuert, klappts. Am besten man sieht gar nicht hin, wie sich die Zweiradmasse neben einem teilt.
Im Prinzip halten sich die meisten Touristen hier nur im „Old Quarter“auf. In der wuseligen Altstadt mit ihren engen Gassen teilt man sich die Straße mit den Rollern, weil die Bürgersteige mit parkenden Rollern, Marktständen oder Garküchen blockiert sind. Hin und wieder wird mal etwas Müll auf einem kleinen Feuerchen verbrannt und es gibt alle erdenklichen Markenartikel für erstaunlich wenig Geld zu kaufen. Das Zusammenspiel von traditionellen Garküchen und „modernen“ Cafés und Boutiquen im Straßenbild zu beobachten, ist ein abendfüllendes Programm. Durch Zufall sind wir auf das nagelneue Hanoi Backpackers Hostel gestoßen und direkt dort eingekehrt. Hier schlafen wir jetzt das erste Mal in einem Mehrbettzimmer mit 3 Etagenbetten. Unser Bett ist ein 1,40 m breites Etagenbett - das haben wir auch noch nie gesehen. Wir teilen uns einen tollen Gemeinschaftsraum mit Billardtisch, Kicker, Riesenfernseher, Sitzsäcken und kuscheligen Sofas mit anderen Reisenden: Das erste klassische Backpackerhostel auf unserer Reise ist ein echter Glücksgriff und wartet zusätzlich sogar mit kostenlosem Frühstück auf.
Hanoi zeigte sich während unseres Aufenthaltes von seiner grauen Seite und gab uns zudem die Möglichkeit auch mal die zweite und dritte Schicht der Funktionskleidung zur Schau zu tragen – trotz Vorwarnung haben uns die Niedrigtemperaturen von weniger als 20° C kalt erwischt. Andererseits war das auch mal ganz angenehm, wenn man bedenkt, dass wir Bangkok und andere Städte bei Temperaturen jenseits der 30°C erkundet haben. Um zwischendurch vom Ameisenhaufen in der Altstadt Abstand zu gewinnen, kann man wunderbar um den zentral gelegenen See, zum monumentalen Ho Chi Minh – Mausoleum und ins angrenzende Regierungsviertel mit Präsidentenpalast spazieren.
Trotz des vergleichsweise ungemütlichen Wetters haben wir es gewagt, ein Ticket für eine zwei Tage lange Bootstour in der Ha Long Bucht zu buchen. Unser Hostel bietet diese Tour für Gäste an. Der Vorteil: Man wird nicht von externen Veranstaltern über den Tisch gezogen – das soll hier vorkommen.
Muang Khua (28.01.2012 – 30.01.2012)
Mit ordentlicher Verspätung kamen wir dann abends im Dörfchen Muang Khua an, unserer letzten Destination in Laos. Hier gibt es zwar seit kurzem sogar rund um die Uhr Elektrizität, allerdings wurden wir schon vorgewarnt, dass der Ort mit etwa 3000 Einwohnern „very basic“ ist. An Geldautomaten oder Internet braucht man da erst gar nicht denken. Das Essen läuft hier in Form von Schweinen und Federvieh auf der Straße herum und wird so je nach Speiseplan frisch gecatched. Hin und wieder sieht man auch wie ein quiekender Sack auf dem Moped wegtransportiert wird oder riesige Fische aus dem Wasser gezogen werden. Unser Guesthouse war dann auch very basic: Wir hatten ein Doppelbett, das den Raum fast komplett ausgefüllt hat. Neben dem Bett blieb im Gang gerade so viel Platz, um die Rucksäcke unterbringen zu können. Als kleinen Bonus hatten wir dafür aber warmes Wasser im Gemeinschaftsbad, das auch das Badezimmer der Familie war - wie Uli morgens feststellte, als der kleine Sohn sie aus dem Bad klopfte, um seine Zahnbürste zu holen.
In Mung Khua startet an den meisten Tagen (wann genau weis hier offenbar niemand) morgens zwischen 5 und 6 Uhr ein Bus, der durch die Berge nach Dien Bien Phu in Vietnam fährt. Wir haben unser Bestes gegeben uns bezüglich Abfahrtszeiten, Kosten, Fahrtdauer usw., schlau zu machen. Aber die Aussagen anderer Reisender und Einheimischer variierten massiv. Immerhin lernten wir durch die Fragerei einige andere nette Leute kennen. Unter anderem zwei Deutsche, die insgesamt eine knappe Woche hier verbringen mussten, weil ihr Visum für Vietnam noch nicht galt. In einem Dorf, in dessen Zentrum man innerhalb einer halben Stunde jeden Winkel kennt und spätestens nach einem Tag auch das Umland erkundet hat, kann die Zeit da schon mal lang werden. Gestützt auf die Infos die wir hatten, standen wir am folgenden Morgen um 4 Uhr auf. Ab 5 Uhr warteten wir am Bootsanleger darauf, von der Fähre auf die andere Flussseite gebracht zu werden. Nach einer Stunde Wartezeit – es wurde dann langsam hell – fuhr die Fähre allerdings immer noch nicht. Wartende Einheimische zeigten uns aber, dass wir mit der Abfahrtszeit nicht so falsch gelegen haben. Zur gleichen Zeit begann ein Longtailboot damit, zwischen den etwa 10 Metern von einander entfernten Ufern hin-und her zu pendeln, um die Wartenden samt Fracht (und Motorrädern!!) zu befördern. Da der Bus bereits auf der anderen Seite bereit stand, kletterten wir also in das kippelige Boot und dann gings auch fast direkt mit dem Bus in Richtung Vietnam.
Auch wenn es schon blöd war so lange am Pier rumgestanden zu haben, ist es im Nachhinein eine tolle Erfahrung gewesen. Wir konnten sehen und hören wie zuerst die Tiere aufwachten, erste Töne aus den Hütten gedrungen sind und der (All-)Tag der Dorfbewohner seinen Lauf nahm.
Von der Grenze aus sind wir mit dem Bus bis in die nächste „größere“ vietnamesiche Stadt Dien Bien Puh gefahren. Dort angekommen stellten wir fest, dass wir zum einen relativ müde waren und die Stadt zum anderen nicht so viel hermacht. So wurden spontan noch 2 Plätze im Sleepingbus nach Hanoi gebucht, der nachmittags abfahren sollte. Die Wartezeit haben wir bei Zuckerrohrshakes und Nudelsuppe in einem sehr authentischem Café gegenüber dem Bahnhof verbracht. Die Fahrt im Sleepingbus war im Prinzip sehr komfortabel, nur haben die Beinmaße natürlich nicht 100%ig gepasst. Gut geschlafen haben wir allemal und so kamen wir dann gegen 6 Uhr morgens recht frisch in Hanoi an.
In Mung Khua startet an den meisten Tagen (wann genau weis hier offenbar niemand) morgens zwischen 5 und 6 Uhr ein Bus, der durch die Berge nach Dien Bien Phu in Vietnam fährt. Wir haben unser Bestes gegeben uns bezüglich Abfahrtszeiten, Kosten, Fahrtdauer usw., schlau zu machen. Aber die Aussagen anderer Reisender und Einheimischer variierten massiv. Immerhin lernten wir durch die Fragerei einige andere nette Leute kennen. Unter anderem zwei Deutsche, die insgesamt eine knappe Woche hier verbringen mussten, weil ihr Visum für Vietnam noch nicht galt. In einem Dorf, in dessen Zentrum man innerhalb einer halben Stunde jeden Winkel kennt und spätestens nach einem Tag auch das Umland erkundet hat, kann die Zeit da schon mal lang werden. Gestützt auf die Infos die wir hatten, standen wir am folgenden Morgen um 4 Uhr auf. Ab 5 Uhr warteten wir am Bootsanleger darauf, von der Fähre auf die andere Flussseite gebracht zu werden. Nach einer Stunde Wartezeit – es wurde dann langsam hell – fuhr die Fähre allerdings immer noch nicht. Wartende Einheimische zeigten uns aber, dass wir mit der Abfahrtszeit nicht so falsch gelegen haben. Zur gleichen Zeit begann ein Longtailboot damit, zwischen den etwa 10 Metern von einander entfernten Ufern hin-und her zu pendeln, um die Wartenden samt Fracht (und Motorrädern!!) zu befördern. Da der Bus bereits auf der anderen Seite bereit stand, kletterten wir also in das kippelige Boot und dann gings auch fast direkt mit dem Bus in Richtung Vietnam.
Auch wenn es schon blöd war so lange am Pier rumgestanden zu haben, ist es im Nachhinein eine tolle Erfahrung gewesen. Wir konnten sehen und hören wie zuerst die Tiere aufwachten, erste Töne aus den Hütten gedrungen sind und der (All-)Tag der Dorfbewohner seinen Lauf nahm.
Von der Grenze aus sind wir mit dem Bus bis in die nächste „größere“ vietnamesiche Stadt Dien Bien Puh gefahren. Dort angekommen stellten wir fest, dass wir zum einen relativ müde waren und die Stadt zum anderen nicht so viel hermacht. So wurden spontan noch 2 Plätze im Sleepingbus nach Hanoi gebucht, der nachmittags abfahren sollte. Die Wartezeit haben wir bei Zuckerrohrshakes und Nudelsuppe in einem sehr authentischem Café gegenüber dem Bahnhof verbracht. Die Fahrt im Sleepingbus war im Prinzip sehr komfortabel, nur haben die Beinmaße natürlich nicht 100%ig gepasst. Gut geschlafen haben wir allemal und so kamen wir dann gegen 6 Uhr morgens recht frisch in Hanoi an.
Nong Khiaw (27.01.2012 – 28.01.2012)
Nach einem sehr entspannten Tag im chilligen, aber touristisch sehr aufbereitetem Luang Prabrang haben wir uns wieder auf Laos staubige Straßen begeben. Glücklicherweise waren wir nicht die letzten, die am Minivan ankamen, denn sonst hätte einer von uns die 3 Stunden auf einem hin-und herrutschenden Hocker verbringen müssen – so wie die arme Austalierin, die es schließlich erwischt hat. Nong Khiaw besteht aus 2 Dorfteilen, die durch den Fluss Nam Ou voneinander getrennt werden. Über diesen Fluss führt eine riesige Brücke, die so gar nicht zu den sonst so einfachen Strukturen des Dorfes passt. Die Hauptstraße auf der einen Brückenseite ist z.B. nicht geteert. Eigentlich sind die Dorfbewohner den ganzen Tag am oder im Fluss. Entweder als Fischer oder Bootsführer, beim Algensammeln (eine lokale Spezialität sind getrocknete, gewürzte Algenplatten mit Sesam) oder zum Baden und Waschen. Nong Khiaw ist alles in allem ein sehr ruhiges Örtchen in idyllischer Lage und somit ein Kontastprogramm zu Luang Prabang.
Unser Bungalow lag direkt am Fluss mit einem tollen Ausblick von der Terrasse. Unsere „Nachbarn“, ein australisches Pärchen mit fast gleicher Reiseroute hatten wir schon auf der Hinfahrt kennengelernt. Nach einer Orientierungsrunde durch den Ort haben wir uns mit den Beiden in ein Café gesetzt und ein Bierchen getrunken - und sind dort versackt.
Am nächsten Tag wollten wir mit dem Boot ca. 6 Stunden (100 km) stromaufwärts nach Muang Khua fahren, das nur noch 60 km von der vietnamesichen Grenze entfernt liegt. Mit gepackten Koffern sind wir also zum Schalter gelaufen und haben ein Ticket gekauft. Soweit so gut – da es vorher nie feststeht, ob das Boot überhaupt ablegt, standen wir quasi schon mit einem Bein im Fluss. Der „Ticketverkäufer“ bat uns dann, noch zu warten, damit es sich unten am Bootsanleger nicht so druppelt und erstmal ein anderes Boot abfahren sollte. So hieß es mal wieder warten. Nach einer halben Stunde kam dann die Durchsage, dass zum Start des Bootes zu wenig Passagiere angemeldet seien und die verbleibenden daher einen Aufpreis bezahlen müssen (das ist so üblich und wir hatten schon mit so etwas gerechnet). Als Ben am Schalter bezahlen wollte, teilte uns der Ticketmensch mit, dass unsere Tour damit nicht gemeint war und unser Schiff eigentlich gerade ablegt. Wir also im Eilschritt zum Schiff und mit den Armen gewedelt. Unsere Anwesenheit führte dann dazu, dass die Besetzung des Schiffes noch mal komplett über den Haufen geworfen wurde und einige Passagiere, die nur in den nächsten Ort reisen wollten, kurzerhand wieder raus mussten, um uns Platz zu machen. Nach diesem Umboarding sind wir dann mit etwas Verspätung gestartet. Die Fahrt mit dem Boot war superschön. Der Fluss ist ziemlich ruhig und wird von Bergen und Sandstränden, auf denen sich Schweine und Wasserbüffel in der Sonne ahlen, gerahmt. Bis auf die Tatsache, dass der Sitz nur aus einem Holzbrett bestand und 6 Stunden da im wahrsten Sinne ganz schön hart werden können, war also alles supi. Nachdem wir 2/3 der Strecke gemeistert hatten ist leider der Motor ausgefallen. Das war relativ ungünstig, weil auf der gesamten Strecke insgesamt zwei oder drei Dörfchen lagen und wir mehr oder weniger im Nirgendwo strandeten. Nach wenig erfolgreichen Reparaturversuchen des Kapitäns und seines 1. Offiziers wurden wir dann erstmal am Strand abgeladen, damit die Reparaturen an Land weitergeführt werden konnten – so dachten wir zumindest. Die Passagiere bestanden zu diesem Zeitpunkt noch aus einer laotischen Familie mit drei kleinen Jungs sowie drei Franzosen, die mit ihren Fahrrädern an Bord gegangen waren. Nun hieß erst einmal warten, laut Kapitän „10 minutes“, was aus laotischem Mund so viel heißt wie „Bitte warten Sie hier für eine unbestimmte Zeit“. Am Strand tummelten sich Jungs aus einem nahegelegenen Dorf im Wasser und die bereits erwähnten Beachkühe und -schweine wuselten im Sand umher. Nach einer Stunde, in der wir den Kapitän dabei beobachteten, wie er die gleichen Handgriffe zur Rettung des Motors immer wieder unternahm, schwante uns Übles. Zwischenzeitliche Nachfragen, ob es denn ein anderes Boot gäbe, dass wir nehmen könnten, hatten außer der erneuten Aussage „10 minutes“ nichts weiteres ergeben. Irgendwann hat sich ein Franzose ein Herz gefasst und den Kapitän festgenagelt. Resultat: Das Boot sei kaputt und heute ginge es nicht mehr weiter. Ja, wir müssten hier im Ort übernachten. Und ja er würde das schon regeln und etwas zu Essen gäbe es bestimmt auch. Abgang Captain. Nun saßen wir am Strand und harrten mittlerweile schon sehr hungrig in der einbrechenden Dämmerung der Dinge, die da kommen würden. Nachdem der Kapitän nach einer Stunde noch nicht wieder zugekehrt war, kam dann doch noch tatsächlich ein – außerplanmäßiges – fahrtüchtiges Schiffchen vorbei. Und siehe da: Der Kapitän war bereit uns mitzunehmen! Während wir schon mal unsere 7 Sachen und 3 Fährräder von Boot A nach Boot B transportierten, teilte uns Kaptain B mit, dass er die Situation erst noch mit Kapitän A klären muss. Dieser blieb trotz gesendetem Boten jedoch weiterhin verschollen. (Für alle, die noch nicht nach Asien gereist sind, hier noch eine kurze Hintergrundinfo: Wir haben es schon häufiger erlebt, dass „schlechte Neuigkeiten“ ungern mitgeteilt oder zumindest abgemildert überbracht wurden, da man in Asien das Gesicht verliert, wenn man scheitert). Schließlich ging Kapitän B dann selbst auf die Suche und kehrte mit guten Neuigkeiten und einigen Scheinchen in der Hand zurück. Und dann ging es auch schon nach 3 Stunden weiter auf das letzte Drittel der Fahrt. Die verbleibenden Stunden nach Muang Khua verliefen dann auch ohne weitere Zwischenfälle. Von Bord aus hatten wir einen phantasischen Blick auf den Sternenhimmel, denn eine eventuell störende Schiffsbeleuchtung gab es nicht. Abenteuerlich, stockdunkel, seeehr kalt (Uli verpackte ihre nackten Füße mit einer Brötchentüte) aber auch ramontisch.
Unser Bungalow lag direkt am Fluss mit einem tollen Ausblick von der Terrasse. Unsere „Nachbarn“, ein australisches Pärchen mit fast gleicher Reiseroute hatten wir schon auf der Hinfahrt kennengelernt. Nach einer Orientierungsrunde durch den Ort haben wir uns mit den Beiden in ein Café gesetzt und ein Bierchen getrunken - und sind dort versackt.
Am nächsten Tag wollten wir mit dem Boot ca. 6 Stunden (100 km) stromaufwärts nach Muang Khua fahren, das nur noch 60 km von der vietnamesichen Grenze entfernt liegt. Mit gepackten Koffern sind wir also zum Schalter gelaufen und haben ein Ticket gekauft. Soweit so gut – da es vorher nie feststeht, ob das Boot überhaupt ablegt, standen wir quasi schon mit einem Bein im Fluss. Der „Ticketverkäufer“ bat uns dann, noch zu warten, damit es sich unten am Bootsanleger nicht so druppelt und erstmal ein anderes Boot abfahren sollte. So hieß es mal wieder warten. Nach einer halben Stunde kam dann die Durchsage, dass zum Start des Bootes zu wenig Passagiere angemeldet seien und die verbleibenden daher einen Aufpreis bezahlen müssen (das ist so üblich und wir hatten schon mit so etwas gerechnet). Als Ben am Schalter bezahlen wollte, teilte uns der Ticketmensch mit, dass unsere Tour damit nicht gemeint war und unser Schiff eigentlich gerade ablegt. Wir also im Eilschritt zum Schiff und mit den Armen gewedelt. Unsere Anwesenheit führte dann dazu, dass die Besetzung des Schiffes noch mal komplett über den Haufen geworfen wurde und einige Passagiere, die nur in den nächsten Ort reisen wollten, kurzerhand wieder raus mussten, um uns Platz zu machen. Nach diesem Umboarding sind wir dann mit etwas Verspätung gestartet. Die Fahrt mit dem Boot war superschön. Der Fluss ist ziemlich ruhig und wird von Bergen und Sandstränden, auf denen sich Schweine und Wasserbüffel in der Sonne ahlen, gerahmt. Bis auf die Tatsache, dass der Sitz nur aus einem Holzbrett bestand und 6 Stunden da im wahrsten Sinne ganz schön hart werden können, war also alles supi. Nachdem wir 2/3 der Strecke gemeistert hatten ist leider der Motor ausgefallen. Das war relativ ungünstig, weil auf der gesamten Strecke insgesamt zwei oder drei Dörfchen lagen und wir mehr oder weniger im Nirgendwo strandeten. Nach wenig erfolgreichen Reparaturversuchen des Kapitäns und seines 1. Offiziers wurden wir dann erstmal am Strand abgeladen, damit die Reparaturen an Land weitergeführt werden konnten – so dachten wir zumindest. Die Passagiere bestanden zu diesem Zeitpunkt noch aus einer laotischen Familie mit drei kleinen Jungs sowie drei Franzosen, die mit ihren Fahrrädern an Bord gegangen waren. Nun hieß erst einmal warten, laut Kapitän „10 minutes“, was aus laotischem Mund so viel heißt wie „Bitte warten Sie hier für eine unbestimmte Zeit“. Am Strand tummelten sich Jungs aus einem nahegelegenen Dorf im Wasser und die bereits erwähnten Beachkühe und -schweine wuselten im Sand umher. Nach einer Stunde, in der wir den Kapitän dabei beobachteten, wie er die gleichen Handgriffe zur Rettung des Motors immer wieder unternahm, schwante uns Übles. Zwischenzeitliche Nachfragen, ob es denn ein anderes Boot gäbe, dass wir nehmen könnten, hatten außer der erneuten Aussage „10 minutes“ nichts weiteres ergeben. Irgendwann hat sich ein Franzose ein Herz gefasst und den Kapitän festgenagelt. Resultat: Das Boot sei kaputt und heute ginge es nicht mehr weiter. Ja, wir müssten hier im Ort übernachten. Und ja er würde das schon regeln und etwas zu Essen gäbe es bestimmt auch. Abgang Captain. Nun saßen wir am Strand und harrten mittlerweile schon sehr hungrig in der einbrechenden Dämmerung der Dinge, die da kommen würden. Nachdem der Kapitän nach einer Stunde noch nicht wieder zugekehrt war, kam dann doch noch tatsächlich ein – außerplanmäßiges – fahrtüchtiges Schiffchen vorbei. Und siehe da: Der Kapitän war bereit uns mitzunehmen! Während wir schon mal unsere 7 Sachen und 3 Fährräder von Boot A nach Boot B transportierten, teilte uns Kaptain B mit, dass er die Situation erst noch mit Kapitän A klären muss. Dieser blieb trotz gesendetem Boten jedoch weiterhin verschollen. (Für alle, die noch nicht nach Asien gereist sind, hier noch eine kurze Hintergrundinfo: Wir haben es schon häufiger erlebt, dass „schlechte Neuigkeiten“ ungern mitgeteilt oder zumindest abgemildert überbracht wurden, da man in Asien das Gesicht verliert, wenn man scheitert). Schließlich ging Kapitän B dann selbst auf die Suche und kehrte mit guten Neuigkeiten und einigen Scheinchen in der Hand zurück. Und dann ging es auch schon nach 3 Stunden weiter auf das letzte Drittel der Fahrt. Die verbleibenden Stunden nach Muang Khua verliefen dann auch ohne weitere Zwischenfälle. Von Bord aus hatten wir einen phantasischen Blick auf den Sternenhimmel, denn eine eventuell störende Schiffsbeleuchtung gab es nicht. Abenteuerlich, stockdunkel, seeehr kalt (Uli verpackte ihre nackten Füße mit einer Brötchentüte) aber auch ramontisch.
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