26 Oktober 2012
Will jemand Sprengstoff kaufen? (13.10. - 15.10.2012)
Potosi / 4.070 m üNN
Potosi ist eine der ältesten Städte in Bolivien und verdankt seine Geschichte den Edelmetallvorkommen - hauptsächlich Silber und Gold - die seit Jahrhunderten dort abgebaut werden. Im 19. Jahrhundert war Potosi die reichste Stadt Südamerikas. Das Silber wurde auch von Zwangsarbeitern und Sklaven gefördert, die zu hunderttausenden in den Minen starben. Auch heute wird hier noch in den Bergen gebuddelt, einen technologischen Fortschritt hat es bis auf die Verwendung von Dynamit kaum gegeben.
Heute kann die Mine auch besichtigt werden. Man startet morgens auf dem Markt, um Geschenke für die Mineros zu kaufen: Schnaps, Zigaretten und Kokablätter sind sehr beliebt. Und jetzt kommts: Hier kann jeder auf dem Markt ein paar Stangen Dynamit kaufen, um den Arbeitern eine Freude zu machen! Anschließend erkundet man kriechender Weise die Schächte, in denen teilweise noch gearbeitet wird. Ob die Besichtigung ohne Risiko ist, ist allerdings fraglich. Unfälle mit führerlosen Loren, willkürliche Sprengungen, Einstürze und so weiter lassen den aufmerksamen Reisenden aufhorchen und sich die Frage stellen, ob eine Krankenversicherung bei einem Unfall wohl einspringt...
Die Entscheidung ob wir da teilnehmen, wurde uns aber aufgrund Bens „rapide aufgetretenen gesundheitlichen Malesten“, die zwei Tage andauerten, abgenommen. Vielleicht ein Wink des Schicksals.
Potosi ist eine der ältesten Städte in Bolivien und verdankt seine Geschichte den Edelmetallvorkommen - hauptsächlich Silber und Gold - die seit Jahrhunderten dort abgebaut werden. Im 19. Jahrhundert war Potosi die reichste Stadt Südamerikas. Das Silber wurde auch von Zwangsarbeitern und Sklaven gefördert, die zu hunderttausenden in den Minen starben. Auch heute wird hier noch in den Bergen gebuddelt, einen technologischen Fortschritt hat es bis auf die Verwendung von Dynamit kaum gegeben.
Heute kann die Mine auch besichtigt werden. Man startet morgens auf dem Markt, um Geschenke für die Mineros zu kaufen: Schnaps, Zigaretten und Kokablätter sind sehr beliebt. Und jetzt kommts: Hier kann jeder auf dem Markt ein paar Stangen Dynamit kaufen, um den Arbeitern eine Freude zu machen! Anschließend erkundet man kriechender Weise die Schächte, in denen teilweise noch gearbeitet wird. Ob die Besichtigung ohne Risiko ist, ist allerdings fraglich. Unfälle mit führerlosen Loren, willkürliche Sprengungen, Einstürze und so weiter lassen den aufmerksamen Reisenden aufhorchen und sich die Frage stellen, ob eine Krankenversicherung bei einem Unfall wohl einspringt...
Die Entscheidung ob wir da teilnehmen, wurde uns aber aufgrund Bens „rapide aufgetretenen gesundheitlichen Malesten“, die zwei Tage andauerten, abgenommen. Vielleicht ein Wink des Schicksals.
25 Oktober 2012
Tupiza ist nett (09.10. - 13.10.2012)
Tupiza / 2.950 m üNN
In diesem kleinen Städchen ließen wir uns nun nach der ereignisreichen Woche für ein paar Tage nieder. Hier ganz in der Nähe fanden Butch Cassedie & the Sundance Kid 1908 ihr Ende, nachdem das Gangsterduo die Lohngelder von Aramayo geraubt hatte. Ringsherum sieht es tatsächlich aus wie in den einschlägigen Westernfilmen. Dementsprechend kann man hier an Horsetrekkingtouren teilnehmen oder einfach die Gegend zu Fuß erkunden. Wir waren faul und weil ansonsten nicht viel passiert ist, belassen wir es mal dabei...
...aber schön hier!
In diesem kleinen Städchen ließen wir uns nun nach der ereignisreichen Woche für ein paar Tage nieder. Hier ganz in der Nähe fanden Butch Cassedie & the Sundance Kid 1908 ihr Ende, nachdem das Gangsterduo die Lohngelder von Aramayo geraubt hatte. Ringsherum sieht es tatsächlich aus wie in den einschlägigen Westernfilmen. Dementsprechend kann man hier an Horsetrekkingtouren teilnehmen oder einfach die Gegend zu Fuß erkunden. Wir waren faul und weil ansonsten nicht viel passiert ist, belassen wir es mal dabei...
...aber schön hier!
15 Oktober 2012
Tag 3 – Salar de Uyuni
Unweit von Uyuni liegt die größte Salzebene der Welt, die Salar de Uyuni. Die Oberfläche ist hart, schneeweiß und das pure Salz reicht bis zu 125 Meter in die Tiefe?! Wir fuhren morgens los und zwar 80 Kilometer einfach in weißes Nichts. Instinktiv stiegen wir bei einem Halt ganz vorsichtig aus, weil man denkt man stünde auf purem Eis. Am Horizont spiegeln sich die Berge in der heißen Luft des Sees wieder. So gebannt haben wir uns noch nie etwas angesehen (Sonnenbrille ist ein Muss) , wo eigentlich gar nichts ist - eine andere Welt. So pesten wir weiter über die glatte Fläche, bis wir unserem Ziel näherkamen: Die Isla Incahuasi. Die Salar war vor Jahrmillionen ein Salzsee in dem es Korallen gab. Die Insel, der wir uns nun näherten, ist das einzige, was heute noch aus der Ebene herausragt. Sie besteht aus einem versteinerten Korallenriff, auf dem riesige Trichoreus-Kakteen wachsen. Dort angekommen machten wir einen kleinen Spaziergang über die vielleicht einen halben Quadratkilometer große Insel. Dieser Ort ist wirklich einzigartig und einfach unfassbar.
Um unsere Erlebnisse der letzten drei Tage zu beschreiben kann man sagen, dass wir noch nie in einer so weltfremden aber wunderschönen Landschaft waren, die mit so vielen Überraschungen auf uns gewartet hat. Zum Glück sind wir hier vorbeigekommen.
Achja, am dritten Tag – Uyuni war schon in Sichtweite – hatten wir dann auch den obligatorischen Reifenplatzer. Ricardo wechselte den Platten aber in Rekordzeit. Zum Glück fuhren wir mit dem total abgefahrenen, profillosen Ersatzrad nur noch die letzten Kilometer. Dann ging uns noch der Sprit aus und der Jeep wollte nach einem Refill zuerst nicht mehr starten. Letztendlich kamen wir aber in Uyuni an, einer kleinen „zweckorientierten“ Stadt, in der ein Tag Aufenthalt für die weitere Reiseplanung absolut ausreichend sein sollte. Deswegen orderten wir uns gleich ein Ticket nach Tupiza, da müsste es eigentlich netter sein...
Um unsere Erlebnisse der letzten drei Tage zu beschreiben kann man sagen, dass wir noch nie in einer so weltfremden aber wunderschönen Landschaft waren, die mit so vielen Überraschungen auf uns gewartet hat. Zum Glück sind wir hier vorbeigekommen.
Achja, am dritten Tag – Uyuni war schon in Sichtweite – hatten wir dann auch den obligatorischen Reifenplatzer. Ricardo wechselte den Platten aber in Rekordzeit. Zum Glück fuhren wir mit dem total abgefahrenen, profillosen Ersatzrad nur noch die letzten Kilometer. Dann ging uns noch der Sprit aus und der Jeep wollte nach einem Refill zuerst nicht mehr starten. Letztendlich kamen wir aber in Uyuni an, einer kleinen „zweckorientierten“ Stadt, in der ein Tag Aufenthalt für die weitere Reiseplanung absolut ausreichend sein sollte. Deswegen orderten wir uns gleich ein Ticket nach Tupiza, da müsste es eigentlich netter sein...
12 Oktober 2012
Tag 1 und 2 – Eduardo Avaroa National Andean Wildlife Reserve
Laguna Colorada / 4200 m üNN , Geysirbecken Sol de Manana / 4950 m üNN
Der Weg führte uns am ersten Tag durch Stein- und Geröllwüste vorbei an schneebedeckten Vulkanen, der beeindruckenste war der Volcán Licancabur mit 5930 m. Als wir den ersten Stopp einlegten und vor einer türkisfarbenen Lagune standen, waren die Farben dieser Landschaft kaum zu fassen. Die anderen Mitfahrer, zwei Australierinnen, ein Australier und Fred aus Schleswig Holstein waren genauso von den Socken wie wir. Die Fahrt ging weiter und wir passierten weitere Lagunen, die türkis, weiß und blau leuchteten. Dann kam der Hammer: In diesen unwirklichen Salzseen leben jede Menge Flamingos! Wir waren sprachlos. Und als wir bei einem Geysirfeld auf knapp 5000 Metern über dem Meeresspiegel ankamen auch atemlos. Und das lag nicht nur an den blubbernden, nach Schwefel muffelnden Schlammlöchern im Boden. Hier oben verspürt man einen Druck im Kopf und man kommt bei einem normalen Spaziergang schon außer Atem. Es ging dann aber wieder etwas abwärts und nachmittags erreichten wir die Laguna Colorada auf etwa 4200 Metern Höhe. Unsere Unterkunft lag direkt an diesem weiß-roten See, auf dem sich Flamingos tummelten und Lamas am Ufer grasten. Hier in der Einsamkeit lebte eine Familie unter sehr einfachen Bedingungen. Wir haben uns gefragt, wie es sein mag, als Kind hier aufzuwachsen. Die Höhe machte uns allen zu schaffen und so fielen wir nachmittags in die Kojen und standen nur nochmal zum Abendessen auf. Aber soviele Eindrücke an einem Tag mussten ja auch erstmal verarbeitet werden.
Am nächsten Morgen gings dann weiter in Richtung Uyuni vorbei an weiteren farbenprächtigen Lagunen und durch sandige Wüste mit bizarr geschliffenen Felsformationen. In diesen Felsen leben die neugierigen Viscachas, das sind Verwandte der Chinchillas, die beim Geräusch haltener Jeeps abchecken, ob sie etwas von den Touristen abstauben können. Am Nachmittag stoppten wir auf einem Eisenbahnfriedhof, auf dem etliche Dampflokomotiven vor sich hin rosten. Eine Atmosphäre wie bei den einschlägigen Endzeit-Movies a’la Mad Max oder so. Eigentlich war vorgesehen, in einer weiteren einfachen Unterkunft vor Uyuni zu übernachten, aber weil es dort zu dem Zeitpunkt kein fließend Wasser gab, nahmen wir die restlichen Kilometer nach Uyuni auf uns und übernachteten dort.
Der Weg führte uns am ersten Tag durch Stein- und Geröllwüste vorbei an schneebedeckten Vulkanen, der beeindruckenste war der Volcán Licancabur mit 5930 m. Als wir den ersten Stopp einlegten und vor einer türkisfarbenen Lagune standen, waren die Farben dieser Landschaft kaum zu fassen. Die anderen Mitfahrer, zwei Australierinnen, ein Australier und Fred aus Schleswig Holstein waren genauso von den Socken wie wir. Die Fahrt ging weiter und wir passierten weitere Lagunen, die türkis, weiß und blau leuchteten. Dann kam der Hammer: In diesen unwirklichen Salzseen leben jede Menge Flamingos! Wir waren sprachlos. Und als wir bei einem Geysirfeld auf knapp 5000 Metern über dem Meeresspiegel ankamen auch atemlos. Und das lag nicht nur an den blubbernden, nach Schwefel muffelnden Schlammlöchern im Boden. Hier oben verspürt man einen Druck im Kopf und man kommt bei einem normalen Spaziergang schon außer Atem. Es ging dann aber wieder etwas abwärts und nachmittags erreichten wir die Laguna Colorada auf etwa 4200 Metern Höhe. Unsere Unterkunft lag direkt an diesem weiß-roten See, auf dem sich Flamingos tummelten und Lamas am Ufer grasten. Hier in der Einsamkeit lebte eine Familie unter sehr einfachen Bedingungen. Wir haben uns gefragt, wie es sein mag, als Kind hier aufzuwachsen. Die Höhe machte uns allen zu schaffen und so fielen wir nachmittags in die Kojen und standen nur nochmal zum Abendessen auf. Aber soviele Eindrücke an einem Tag mussten ja auch erstmal verarbeitet werden.
Am nächsten Morgen gings dann weiter in Richtung Uyuni vorbei an weiteren farbenprächtigen Lagunen und durch sandige Wüste mit bizarr geschliffenen Felsformationen. In diesen Felsen leben die neugierigen Viscachas, das sind Verwandte der Chinchillas, die beim Geräusch haltener Jeeps abchecken, ob sie etwas von den Touristen abstauben können. Am Nachmittag stoppten wir auf einem Eisenbahnfriedhof, auf dem etliche Dampflokomotiven vor sich hin rosten. Eine Atmosphäre wie bei den einschlägigen Endzeit-Movies a’la Mad Max oder so. Eigentlich war vorgesehen, in einer weiteren einfachen Unterkunft vor Uyuni zu übernachten, aber weil es dort zu dem Zeitpunkt kein fließend Wasser gab, nahmen wir die restlichen Kilometer nach Uyuni auf uns und übernachteten dort.
Unvergessliche drei Tage: von San Pedro de Atacama nach Uyuni in Bolivien (06.10. - 08.10.2012)
Um von San Pedro de Atacama in Chile nach Uyuni, der nächstgelegenen Stadt in Bolivien, weiterzukommen, muss man mit dem Geländewagen fahren. In San Pedro bieten verschiedene Reiseveranstalter diese Überfahrt an und so buchten wir einen dieser Trips, die auch Unterkunft und Verpflegung beinhalten. Im Vorhinein informierten wir uns über vertrauenswürdige Veranstalter und holten Erfahrungen anderer Reisender ein. Bei den Erfahrungen war von positiv bis haarsträubend alles dabei. Das liegt daran, dass die Fahrten in Chile gebucht werden, aber die Veranstalter nicht wissen, was auf bolivianischer Seite passiert. Das bedeutete für uns: wenn man nach Uyuni will, muss man etwas Gottvertrauen mitbringen. Na gut.
Wir fanden uns am erstem Morgen nach einer kurzen Fahrt im Minibus an der bolivianischen Grenze wieder. Hier wurden nach Einreisestempel-Visaprozedur die Anwesenden auf ein paar Geländewagen verteilt – natürlich war egal bei welcher Agentur man gebucht hatte - und schon saßen wir mit Ricardo, unserem Fahrer und vier anderen Reisenden in einem der Fahrzeuge.
Wir recherchierten im Vorfeld ein wenig darüber, was uns landschaftlich in der Gegend erwartet, aber wenn man die ganze Zeit unterwegs ist, frisst Recherche auch eine Menge Zeit. Deswegen lassen wir uns manchmal einfach überraschen und das hat gründlich hingehauen. Die Tatsache, dass es hier sehr trocken und sehr hoch ist, dass es nachts bitterkalt werden kann und die Gegend menschenleer ist, wussten wir. Aber was wir hier gesehen haben, war einmalig und hätte in einem Reiseführer wahrscheinlich einfach total überzogen geklungen.
Wir fanden uns am erstem Morgen nach einer kurzen Fahrt im Minibus an der bolivianischen Grenze wieder. Hier wurden nach Einreisestempel-Visaprozedur die Anwesenden auf ein paar Geländewagen verteilt – natürlich war egal bei welcher Agentur man gebucht hatte - und schon saßen wir mit Ricardo, unserem Fahrer und vier anderen Reisenden in einem der Fahrzeuge.
Wir recherchierten im Vorfeld ein wenig darüber, was uns landschaftlich in der Gegend erwartet, aber wenn man die ganze Zeit unterwegs ist, frisst Recherche auch eine Menge Zeit. Deswegen lassen wir uns manchmal einfach überraschen und das hat gründlich hingehauen. Die Tatsache, dass es hier sehr trocken und sehr hoch ist, dass es nachts bitterkalt werden kann und die Gegend menschenleer ist, wussten wir. Aber was wir hier gesehen haben, war einmalig und hätte in einem Reiseführer wahrscheinlich einfach total überzogen geklungen.
11 Oktober 2012
10 Oktober 2012
In der trockensten Wüste der Welt (03.10. -06.10.2012)
San Pedro de Atacama / 2443 m üNN
Für die 16-stündige Fahrt nach San Pedro leisteten wir uns einen Buinessclassbus, der seinen Aufpreis wirklich wert war: Beinfreiheit (selbst für Leute mit Stockmaß >1,80m), breite und weit zurückklappbare Sitze mit DVD-Entertainment. Am schönsten war es jedoch aufzuwachen und ein Fresspaket (2 Mal!) auf seinem Bauch vorzufinden.
Als wir den Bus in San Pedro verließen schlug uns ein trockener, heißer Wind entgegen, der Boden bestand aus rot-braunem Sand. Instinktiv ließ man das Auge schweifen, um einen dieser rollenden Büsche vorbeirauschen zu sehen, die man aus Western kennt – leider allerdings Fehlanzeige. Das Dörfchen (3000 Einwohner) ist eigentlich ein riesiges Basislager für die angebotenen Touristentouren in die Umgebung. Das Tolle dabei ist aber, dass es nichts an seinem ursprünglichen Charme eingebüßt hat. Die Häuser bestehen aus Lehmziegeln mit Gras- oder Lehmdächern, die Straßen des Ortes sind nicht versiegelt. So liegt das Dörfchen eingekesselt vor der Kulisse steil aufragender Berge (allesamt über 5000 m) und Felswüsten. Die Tatsache, dass es sich um die trockenste Wüste der Welt handelt machte sich ganz praktisch bemerkbar: Die Wäsche trocknet binnen kürzester Zeit, Trockentücher gibt es erst gar nicht, weil das Geschirr nach ein Paar Minuten trocken ist. Und man cremt sich ständig ein, weil die Haut und besonders die Lippen sich anfühlen wie Sandpapier. Im Schnitt regnet es hier alle fünf Jahre einmal. So eine karge, aber atemraubende Landschaft haben wir noch nie gesehen und waren schwer beindruckt.
Die Hauptattraktionen der Umgebung bestehen in der Besichtung von Geysiren, Salzwüsten, Salzlagunen, Vulkanen und Tälern, die wie Mondlandschaften anmuten. Da wir uns ja bereits zuvor für eine 3-tägige Tour im Geländewagen von Chile nach Bolivien entschieden hatten, die uns ebenfalls durch Salzwüsten und entlang Lagunen und Geysiren führen sollte, entschlossen wir uns dazu, in San Pedro nur eine Tour ins Valle del Luna (Tal des Mondes) zu machen. Für „Waldmenschen“ wie uns erscheint diese Landschaft wirklich wie von einer anderen Welt – aber hier sagen Bilder mehr als 1000 Worte.
An unserem zweiten Tag in San Pedro machten wir uns – mit 2 Litern Wasser pro Person – auf, um die Pukara de Quitor zu besichtigen. Das ist eine aus dem 12. Jh. stammende Festung der Atacamenos. Mit Hilfe dieser Festung konnte sich die Bevölkerung der Region eine Zeit lang gegen die Assimilation durch die Inka wehren. Auch die ersten Versuche der Spanier, die Festung einzunehmen scheiterten – bezwungen wurden die Atacamenos erst, als sich die Spanier unter Francesco de Aguirre mit anderen indigenen Gruppen verbündeten, um die Festung einzunehmen. Die Ruinen sind dank der Wetterverhältnisse noch gut erhalten. Die indigene Gemeinschaft, die für die Verwaltung der Ruinen zuständig ist, bietet mit Hilfe von Broschüren und Informationstafeln die nötigen Hintergrundinformationen zur Festung – was leider sehr selten der Fall ist.
Die restliche Zeit in San Pedro heißt es Ausspannen und – für Uli – hoffentlich die Erkältung loswerden bevor wir uns nach Bolivien aufmachen.
Für die 16-stündige Fahrt nach San Pedro leisteten wir uns einen Buinessclassbus, der seinen Aufpreis wirklich wert war: Beinfreiheit (selbst für Leute mit Stockmaß >1,80m), breite und weit zurückklappbare Sitze mit DVD-Entertainment. Am schönsten war es jedoch aufzuwachen und ein Fresspaket (2 Mal!) auf seinem Bauch vorzufinden.
Als wir den Bus in San Pedro verließen schlug uns ein trockener, heißer Wind entgegen, der Boden bestand aus rot-braunem Sand. Instinktiv ließ man das Auge schweifen, um einen dieser rollenden Büsche vorbeirauschen zu sehen, die man aus Western kennt – leider allerdings Fehlanzeige. Das Dörfchen (3000 Einwohner) ist eigentlich ein riesiges Basislager für die angebotenen Touristentouren in die Umgebung. Das Tolle dabei ist aber, dass es nichts an seinem ursprünglichen Charme eingebüßt hat. Die Häuser bestehen aus Lehmziegeln mit Gras- oder Lehmdächern, die Straßen des Ortes sind nicht versiegelt. So liegt das Dörfchen eingekesselt vor der Kulisse steil aufragender Berge (allesamt über 5000 m) und Felswüsten. Die Tatsache, dass es sich um die trockenste Wüste der Welt handelt machte sich ganz praktisch bemerkbar: Die Wäsche trocknet binnen kürzester Zeit, Trockentücher gibt es erst gar nicht, weil das Geschirr nach ein Paar Minuten trocken ist. Und man cremt sich ständig ein, weil die Haut und besonders die Lippen sich anfühlen wie Sandpapier. Im Schnitt regnet es hier alle fünf Jahre einmal. So eine karge, aber atemraubende Landschaft haben wir noch nie gesehen und waren schwer beindruckt.
Die Hauptattraktionen der Umgebung bestehen in der Besichtung von Geysiren, Salzwüsten, Salzlagunen, Vulkanen und Tälern, die wie Mondlandschaften anmuten. Da wir uns ja bereits zuvor für eine 3-tägige Tour im Geländewagen von Chile nach Bolivien entschieden hatten, die uns ebenfalls durch Salzwüsten und entlang Lagunen und Geysiren führen sollte, entschlossen wir uns dazu, in San Pedro nur eine Tour ins Valle del Luna (Tal des Mondes) zu machen. Für „Waldmenschen“ wie uns erscheint diese Landschaft wirklich wie von einer anderen Welt – aber hier sagen Bilder mehr als 1000 Worte.
An unserem zweiten Tag in San Pedro machten wir uns – mit 2 Litern Wasser pro Person – auf, um die Pukara de Quitor zu besichtigen. Das ist eine aus dem 12. Jh. stammende Festung der Atacamenos. Mit Hilfe dieser Festung konnte sich die Bevölkerung der Region eine Zeit lang gegen die Assimilation durch die Inka wehren. Auch die ersten Versuche der Spanier, die Festung einzunehmen scheiterten – bezwungen wurden die Atacamenos erst, als sich die Spanier unter Francesco de Aguirre mit anderen indigenen Gruppen verbündeten, um die Festung einzunehmen. Die Ruinen sind dank der Wetterverhältnisse noch gut erhalten. Die indigene Gemeinschaft, die für die Verwaltung der Ruinen zuständig ist, bietet mit Hilfe von Broschüren und Informationstafeln die nötigen Hintergrundinformationen zur Festung – was leider sehr selten der Fall ist.
Die restliche Zeit in San Pedro heißt es Ausspannen und – für Uli – hoffentlich die Erkältung loswerden bevor wir uns nach Bolivien aufmachen.
02 Oktober 2012
Sterne gucken im Elqui-Tal (29.09. -01.10.2012)
Vicuna / 700 m üNN
Von La Serena unternahmen wir einen zweitägigen Abstecher ins Landesinnere nach Vicuna. Das ist ein kleines Städtchen mit 12.000 Einwohnern im Valle de Elqui. Das Klima im Tal verändert sich im Vergleich zu dem 60 km entfernten La Serena deutlich. Es ist sehr trocken und spürbar heißer. Links und rechts des Tals erheben sich hohe, baumlose Berge mit ein paar Kakteen und entlang des Rio Elqui wird Wein angebaut. Man kann hier jedenfalls eindeutig sehen, wo bewässert wird und wo nicht. Aufgrund der trockenen Luft und der relativ geringen Lichtverschmutzung durch Städte ist das Tal außerdem einer optimalsten Orte für Sternbeobachtungen. Deswegen stellen Forscher aus der ganzen Welt also die Observatiorien in Chile auf. Wir trafen einen Tag zuvor einen Astronomen aus Österreich, der uns das ein oder andere erklären konnte. Die Höhe überm Meeresspiegel ist für den Standort nämlich garnicht so wichtig: hauptsache ganzjährig ganz trocken. Darum gehts.
Nach kurzer Sucherei fanden wir ein nettes Hostel mit einem ebenso netten Besitzer, der sich für einen Kuß auf die Backe (von Uli) noch etwas herunterhandeln ließ. Aufgrund der übersichtlichen Größe von Vicuna konnten wir ein paar kleine Wanderungen machen. Der Cierro de la Virgin, auf dessen Gipfel eine Marienstatue und einige Funkmasten stehen war ein hervorragender Ort, um sich einen Überblick über das Tal und potentielle Wanderpfade zu verschaffen.
Im Tal gibt es neben den vielen wissenschaftlichen Observatorien auch eins, das man besichtigen kann und selbst ein paar Blicke durchs Teleskop werfen kann - weil die Kosten pro Betriebsstunde in den anderen Observatorien astronomisch sind (man beachte den Wortwitz) sind diese nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Also gingen wir ins ortsansässige Büro vom Observatorio Mammaluccia und meldeten uns für eine Tour an, die abends stattfindet. Mit Minibussen gings auf den Berg auf dem das Observatorium steht und nach einem Crashkurs in Sachen Astronomie standen wir unter der Kuppel der Sternwarte, in der sich das Hauptteleskop befindet. Nachdem das Ziel für das Teleskop ausgewählt wird, richtet es sich automatisch aus und dann kommt das tollste: die ganze Kuppel dreht sich wie von Geisterhand in die Position, dass freie Sicht ist. Dabei macht sie einen tollen üüüütt- Ton, interessant für was man sich alles begeistern kann. Das Ganze ist sehr interessant, auch wenn man nicht absolut astronomievernarrt ist.
Nach zwei Tagen machen wir jetzt noch einen Zwischenstopp in La Serena, im selben Hostel wo wir schon die vorangegangenen Tage waren und dann gehts nach San Pedro de Atacama. Das bedeutet erstmal 16 Stunden Busfahrt, aber wir haben einen Schlafbus, der ganz annehmbar sein soll. Wir erwarten zwei abenteuerliche Wochen und wahrscheinlich einen Aufenthalt in der surrealsten Landschaft in der wir jemals gewesen sind. So denn.
Von La Serena unternahmen wir einen zweitägigen Abstecher ins Landesinnere nach Vicuna. Das ist ein kleines Städtchen mit 12.000 Einwohnern im Valle de Elqui. Das Klima im Tal verändert sich im Vergleich zu dem 60 km entfernten La Serena deutlich. Es ist sehr trocken und spürbar heißer. Links und rechts des Tals erheben sich hohe, baumlose Berge mit ein paar Kakteen und entlang des Rio Elqui wird Wein angebaut. Man kann hier jedenfalls eindeutig sehen, wo bewässert wird und wo nicht. Aufgrund der trockenen Luft und der relativ geringen Lichtverschmutzung durch Städte ist das Tal außerdem einer optimalsten Orte für Sternbeobachtungen. Deswegen stellen Forscher aus der ganzen Welt also die Observatiorien in Chile auf. Wir trafen einen Tag zuvor einen Astronomen aus Österreich, der uns das ein oder andere erklären konnte. Die Höhe überm Meeresspiegel ist für den Standort nämlich garnicht so wichtig: hauptsache ganzjährig ganz trocken. Darum gehts.
Nach kurzer Sucherei fanden wir ein nettes Hostel mit einem ebenso netten Besitzer, der sich für einen Kuß auf die Backe (von Uli) noch etwas herunterhandeln ließ. Aufgrund der übersichtlichen Größe von Vicuna konnten wir ein paar kleine Wanderungen machen. Der Cierro de la Virgin, auf dessen Gipfel eine Marienstatue und einige Funkmasten stehen war ein hervorragender Ort, um sich einen Überblick über das Tal und potentielle Wanderpfade zu verschaffen.
Im Tal gibt es neben den vielen wissenschaftlichen Observatorien auch eins, das man besichtigen kann und selbst ein paar Blicke durchs Teleskop werfen kann - weil die Kosten pro Betriebsstunde in den anderen Observatorien astronomisch sind (man beachte den Wortwitz) sind diese nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Also gingen wir ins ortsansässige Büro vom Observatorio Mammaluccia und meldeten uns für eine Tour an, die abends stattfindet. Mit Minibussen gings auf den Berg auf dem das Observatorium steht und nach einem Crashkurs in Sachen Astronomie standen wir unter der Kuppel der Sternwarte, in der sich das Hauptteleskop befindet. Nachdem das Ziel für das Teleskop ausgewählt wird, richtet es sich automatisch aus und dann kommt das tollste: die ganze Kuppel dreht sich wie von Geisterhand in die Position, dass freie Sicht ist. Dabei macht sie einen tollen üüüütt- Ton, interessant für was man sich alles begeistern kann. Das Ganze ist sehr interessant, auch wenn man nicht absolut astronomievernarrt ist.
Nach zwei Tagen machen wir jetzt noch einen Zwischenstopp in La Serena, im selben Hostel wo wir schon die vorangegangenen Tage waren und dann gehts nach San Pedro de Atacama. Das bedeutet erstmal 16 Stunden Busfahrt, aber wir haben einen Schlafbus, der ganz annehmbar sein soll. Wir erwarten zwei abenteuerliche Wochen und wahrscheinlich einen Aufenthalt in der surrealsten Landschaft in der wir jemals gewesen sind. So denn.
01 Oktober 2012
La Serena (26.09. - 28.09.2012)
La Serena / 142 m üNN
Unsere erste Busetappe von Santiago nach La Serena in Chile dauerte etwa 6 Stunden und war easy. Dazu muss man sagen, dass das sowieso etwas wohlhabendere Chile dementsprechend auch komfortable Reisebusse und ein gutes Straßennetz hat. Das wird sich aber wahrscheinlich noch früh genug ändern. Im Gegensatz zu Asien fahren die Busse hier also pünktlich, sind neuwertig und alles läuft ganz gesittet ab. Man bekommt sogar noch ein kleines Lunchpaket mit Nüsschen und ner Limonade gereicht.
Unser Hostel war sehr klein und sah eher so aus, als ob man bei jemandem zuhause zu Besuch ist. Alles ganz frisch renoviert, Einrichtung aus schönem Holz, Kaminfeuer und wahrscheinlich das sauberste Hostel, in dem wir zwei jemals gewesen sind. Außerdem wurden wir wie auch schon in Santiago morgens mit einem Wahnsinns-Frühstück erwartet. Serviert wurde es von Juanita, einer knuffigen, kleinen chilenischen Oma. Uli hätte sich gern mehr mit ihr unterhalten, allerdings tendieren ihre Spanischkenntnisse bei Konfrontation mit chilenischen Nuschelattaken eher gen Null. Eigentlich schlagen wir uns hier aber ganz gut. Alles was gesagt werden muss, findet sich in Ulis Sprachwortschatz – nur die ausführlichen Antworten bleiben meist ein Mysterium. Gottseitdank beinhalten sie fast immer „Si“ und „No“, so dass auf dieser Grundlage weitergefragt werden kann.
Nicht wegzudenken aus dem Stadtbild in Chile sind Eis und der zentrale Marktplatz, der Plaza de Armas. An jeder Ecke lässt sich Milcheis in unterschiedlichsten Sorten erstehen und die Chilenen schlemmen was das Zeug hält. Gern auch mal auf dem Plaza de Armas, einem quadratisch angelegten Platz mit einem Wasserspiel oder Kunstwerk in der Mitte, angelegten Wegen, schöner Begrünung, gut besuchten Parkbänken und Straßenhunden, die hoffen, dass was für sie abfällt. Wir haben uns angewöhnt mittags unsere Empanada hier zu genießen und das muntere Treiben zu beobachten.
In La Serena unternahmen wir neben ein paar Rundgängen durch die Stadt auch einen kleinen Walk den Strand rauf und runter, um das monströse 96m hohe Betonkreuz der Nachbarstadt zu sehen – verrückt.
Ganz in der Nähe von La Serena liegt das Elqui-Tal. Es ist zum einen für seine Pisco-Brennereien und zum anderen für seine Sternenwarten bekannt. Letztere wollen wir uns ansehen und machen daher einen kleinen zweitägigen Abstecher dorthin.
Unsere erste Busetappe von Santiago nach La Serena in Chile dauerte etwa 6 Stunden und war easy. Dazu muss man sagen, dass das sowieso etwas wohlhabendere Chile dementsprechend auch komfortable Reisebusse und ein gutes Straßennetz hat. Das wird sich aber wahrscheinlich noch früh genug ändern. Im Gegensatz zu Asien fahren die Busse hier also pünktlich, sind neuwertig und alles läuft ganz gesittet ab. Man bekommt sogar noch ein kleines Lunchpaket mit Nüsschen und ner Limonade gereicht.
Unser Hostel war sehr klein und sah eher so aus, als ob man bei jemandem zuhause zu Besuch ist. Alles ganz frisch renoviert, Einrichtung aus schönem Holz, Kaminfeuer und wahrscheinlich das sauberste Hostel, in dem wir zwei jemals gewesen sind. Außerdem wurden wir wie auch schon in Santiago morgens mit einem Wahnsinns-Frühstück erwartet. Serviert wurde es von Juanita, einer knuffigen, kleinen chilenischen Oma. Uli hätte sich gern mehr mit ihr unterhalten, allerdings tendieren ihre Spanischkenntnisse bei Konfrontation mit chilenischen Nuschelattaken eher gen Null. Eigentlich schlagen wir uns hier aber ganz gut. Alles was gesagt werden muss, findet sich in Ulis Sprachwortschatz – nur die ausführlichen Antworten bleiben meist ein Mysterium. Gottseitdank beinhalten sie fast immer „Si“ und „No“, so dass auf dieser Grundlage weitergefragt werden kann.
Nicht wegzudenken aus dem Stadtbild in Chile sind Eis und der zentrale Marktplatz, der Plaza de Armas. An jeder Ecke lässt sich Milcheis in unterschiedlichsten Sorten erstehen und die Chilenen schlemmen was das Zeug hält. Gern auch mal auf dem Plaza de Armas, einem quadratisch angelegten Platz mit einem Wasserspiel oder Kunstwerk in der Mitte, angelegten Wegen, schöner Begrünung, gut besuchten Parkbänken und Straßenhunden, die hoffen, dass was für sie abfällt. Wir haben uns angewöhnt mittags unsere Empanada hier zu genießen und das muntere Treiben zu beobachten.
In La Serena unternahmen wir neben ein paar Rundgängen durch die Stadt auch einen kleinen Walk den Strand rauf und runter, um das monströse 96m hohe Betonkreuz der Nachbarstadt zu sehen – verrückt.
Ganz in der Nähe von La Serena liegt das Elqui-Tal. Es ist zum einen für seine Pisco-Brennereien und zum anderen für seine Sternenwarten bekannt. Letztere wollen wir uns ansehen und machen daher einen kleinen zweitägigen Abstecher dorthin.
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