29 November 2012
26 November 2012
Runter ins Amazonasbecken (16.11. – 23.11.2012)
Rurrenabaque / 105 m üNN
Bisher waren wir hauptsächlich im hohen und gebirgigen Andenteil bzw. im zentralen Hochland (auch hügelig aber etwas fruchtbarer) unterwegs. Die Anden gehen im nörlichen und östlichen Teil des Landes aber relativ abrupt in eine gänzlich gegensätzliche Landschaft über, die 50% der Gesamtfläche Boliviens ausmacht: das Amazonasbecken. Dort wollten wir nun das andere Gesicht Boliviens mit seiner einmaligen Pflanzen- und vor allem Tierwelt unter die Lupe nehmen. Das Hauptproblem ist erstmal dorthinzukommen. Von La Paz kann man mittels einer 18- bis 24-stündigen Busfahrt nach Rurrenabaque gelangen. Und das liegt nicht an der Distanz, sondern an der Straße, die zum Teil halsbrecherische Passagen hat und von der auch regelmäßig mal ein Fahrzeug in die Tiefe stürzt. Glücklicherweise gibt es noch die Option zu fliegen und das dauert nur 40 Minuten! Klar muss man für den Flug etwas tiefer in die Tasche greifen, aber die Kombination aus mehr Sicherheit und einem Bruchteil der Zeit, in der das Sitzfleisch (und die nicht den bolivianischen Normen entsprechenden Beine) mal wieder auf den Prüfstand gestellt wird, haben uns überzeugt. Der Flug in der zweimotorigen Propellermaschine war ein Highlight an sich. Zwanzig Plätze in insgesamt zehn Reihen, Sichtkontakt ins Cockpit und eine alles in allem etwas in die Jahre gekommene Ausstattung hat man ja auch nicht alle Tage.
Wir landeten in Rurrenabaque auf einer Graspiste und liefen schnurstracks gegen die „30 °C / 90% Luftfeuchtigkeitswand“. Nachdem wir unser Gepäck in einer Art Schuppen, der frei herumlaufende Schweine von der Landebahn trennte, in Empfang genommen hatten, gings dann ins Dorf, wo wir direkt unsere Tour in den Pampas del Yacuma Nationalpark buchten.
Am nächsten Morgen fuhren wir und 6 weitere Reisende in drei Stunden mit dem Jeep nach Santa Rosa, wo wir mitsamt Lebensmitteln und Generator auf ein 8-Mann-Boot umstiegen und unseren Guide namens Toto kennenlernten. Der schipperte unsere Gruppe in den nächsten drei Tagen durch die Pampas. Wir hofften während dieser Tage Capibaras (unsere Lieblinge aus dem Kölner Zoo) und Alligatoren zu sehen und mit etwas Glück noch andere Tiere zu entdecken. Man kann nur soviel sagen: Nach fünf Minuten Fahrt passierten wir die ersten Capibaras und Alligatoren und nachdem wir nach drei Stunden unser Camp erreichten, zuckten wir noch nicht einmal mehr mit den Wimpern, wenn sich mal wieder ein Alligator neben unserem Boot zu Wasser ließ. Außerdem sahen wir Schildkröten, Totenkopfäffchen, jede Menge Wasservögel und –ab und zu ganz kurz- die rosanen Flussdelphine, die sich hier tummeln. In unserem Camp, welches direkt am Fluss lag, lebten in den Bäumen Brüllaffen und einen Tukan haben wir auch entdeckt.
Ein Abendessen sollten wir uns dann auch selber verdienen und so fanden wir uns mit rudimentärer Angel und Köder im Boot wieder, um Piranhas zu fischen. Während Ben nur zwei Äste herauszog, gelang es Uli, einen der Beißer an Land zu ziehen. Imposante Beißerchen, aber kein kulinarisches Highlight – viel Knochen, wenig Fleisch.
Unsere Pampastour und die Tierbeobachtungen aus nächster Nähe werden sicherlich als eines der Highlights unserer Reise in Erinnerung bleiben. Bevor wir unseren Rückflug nach La Paz antreten konnten, wurden wir noch zwei Tage ausgebremst. Am ersten Tag war Volkszählung im ganzen Land und niemand durfte sein Haus oder Hotel verlassen. Wir wurden übrigens auch vom Volkszählbeamten ausgefragt und erfasst – hier macht keiner Bohei um Datenschutz. Am nächsten Tag wurde unser Flug wegen starken Regenfällen gestrichen und so gings dann erst am nächsten Morgen zurück nach La Paz.
Bisher waren wir hauptsächlich im hohen und gebirgigen Andenteil bzw. im zentralen Hochland (auch hügelig aber etwas fruchtbarer) unterwegs. Die Anden gehen im nörlichen und östlichen Teil des Landes aber relativ abrupt in eine gänzlich gegensätzliche Landschaft über, die 50% der Gesamtfläche Boliviens ausmacht: das Amazonasbecken. Dort wollten wir nun das andere Gesicht Boliviens mit seiner einmaligen Pflanzen- und vor allem Tierwelt unter die Lupe nehmen. Das Hauptproblem ist erstmal dorthinzukommen. Von La Paz kann man mittels einer 18- bis 24-stündigen Busfahrt nach Rurrenabaque gelangen. Und das liegt nicht an der Distanz, sondern an der Straße, die zum Teil halsbrecherische Passagen hat und von der auch regelmäßig mal ein Fahrzeug in die Tiefe stürzt. Glücklicherweise gibt es noch die Option zu fliegen und das dauert nur 40 Minuten! Klar muss man für den Flug etwas tiefer in die Tasche greifen, aber die Kombination aus mehr Sicherheit und einem Bruchteil der Zeit, in der das Sitzfleisch (und die nicht den bolivianischen Normen entsprechenden Beine) mal wieder auf den Prüfstand gestellt wird, haben uns überzeugt. Der Flug in der zweimotorigen Propellermaschine war ein Highlight an sich. Zwanzig Plätze in insgesamt zehn Reihen, Sichtkontakt ins Cockpit und eine alles in allem etwas in die Jahre gekommene Ausstattung hat man ja auch nicht alle Tage.
Wir landeten in Rurrenabaque auf einer Graspiste und liefen schnurstracks gegen die „30 °C / 90% Luftfeuchtigkeitswand“. Nachdem wir unser Gepäck in einer Art Schuppen, der frei herumlaufende Schweine von der Landebahn trennte, in Empfang genommen hatten, gings dann ins Dorf, wo wir direkt unsere Tour in den Pampas del Yacuma Nationalpark buchten.
Am nächsten Morgen fuhren wir und 6 weitere Reisende in drei Stunden mit dem Jeep nach Santa Rosa, wo wir mitsamt Lebensmitteln und Generator auf ein 8-Mann-Boot umstiegen und unseren Guide namens Toto kennenlernten. Der schipperte unsere Gruppe in den nächsten drei Tagen durch die Pampas. Wir hofften während dieser Tage Capibaras (unsere Lieblinge aus dem Kölner Zoo) und Alligatoren zu sehen und mit etwas Glück noch andere Tiere zu entdecken. Man kann nur soviel sagen: Nach fünf Minuten Fahrt passierten wir die ersten Capibaras und Alligatoren und nachdem wir nach drei Stunden unser Camp erreichten, zuckten wir noch nicht einmal mehr mit den Wimpern, wenn sich mal wieder ein Alligator neben unserem Boot zu Wasser ließ. Außerdem sahen wir Schildkröten, Totenkopfäffchen, jede Menge Wasservögel und –ab und zu ganz kurz- die rosanen Flussdelphine, die sich hier tummeln. In unserem Camp, welches direkt am Fluss lag, lebten in den Bäumen Brüllaffen und einen Tukan haben wir auch entdeckt.
Ein Abendessen sollten wir uns dann auch selber verdienen und so fanden wir uns mit rudimentärer Angel und Köder im Boot wieder, um Piranhas zu fischen. Während Ben nur zwei Äste herauszog, gelang es Uli, einen der Beißer an Land zu ziehen. Imposante Beißerchen, aber kein kulinarisches Highlight – viel Knochen, wenig Fleisch.
Unsere Pampastour und die Tierbeobachtungen aus nächster Nähe werden sicherlich als eines der Highlights unserer Reise in Erinnerung bleiben. Bevor wir unseren Rückflug nach La Paz antreten konnten, wurden wir noch zwei Tage ausgebremst. Am ersten Tag war Volkszählung im ganzen Land und niemand durfte sein Haus oder Hotel verlassen. Wir wurden übrigens auch vom Volkszählbeamten ausgefragt und erfasst – hier macht keiner Bohei um Datenschutz. Am nächsten Tag wurde unser Flug wegen starken Regenfällen gestrichen und so gings dann erst am nächsten Morgen zurück nach La Paz.
16 November 2012
anstrengendes aber interessantes La Paz (13.11. – 16.11.2012)
La Paz / 3100-4100 m üNN
Für La Paz waren wir von anderen Reisenden vorgewarnt: Eine Großstadt auf rund 4000 Metern Höhe, nicht besonders ansehnlich, Smog, viel Verkehr und nicht es gibt nicht allzuviel zu unternehmen. Das war die Erwartung mit der wir hierhin gekommen sind. Für uns ist La Paz in erster Linie Reiseknotenpunkt nach Rurrenabaque im Amazonasgebiet und später nach Peru. Umso schöner, dass die paar Tage hier dann aber doch ganz spannend waren. La Paz liegt in einem riesigen Kessel von Bergen umringt, von denen die höchsten über 6000 Meter sind. Die Strassen sind steil und aufgrund der Höhe kommt man nur langsam voran oder muss abundzu eine Pause einlegen. Besonders auffällig im Straßenbild war für uns, dass die Bürgersteige von Arbeitern gesäumt waren, die an kleinen Schreibtischen unter Sonnenschirmen saßen und unaufhörlich in ihre Schreibmaschinen tippten. Von den kleinen Freiluftbüros bildeten sich teilweise lange Schlangen mit Einheimischen. Wir haben uns schlau gemacht und des Rätsels Lösung war, dass in diesen Tagen die Bolivianer ihre Steuern zahlen müssen und dort die Steuererklärung gemacht wird. Was wir mittlerweile allerdings auch wissen, ist dass die wenigsten Bolivianer ihr geringes Einkommen ernsthaft versteuern...
Nachdem wir am ersten Tag das Stadtzentrum erkundet und uns für den geplanten sechstägigen Abstecher nach Rurrenabaque eingedeckt hatten (mehr Mückenspray, mehr Sonnencreme), fuhren wir einen Tag später nach Tiwanaku. Dabei handelt es sich um eine archäologischen Stätte – und so etwas wie Boliviens Machu Picchu - wo die Ruinen einer Kultur besichtigt werden können, die noch vor den Inka ein riesiges Gebiet unter ihre Fuchtel bringen konnte. Leider wurde hier das Mauerwerk an einigen Ecken mit viel Phantasie restauriert. Alles in allem ein netter Tagestrip inklusive 3 Stunden Fahrt im vollgepackten Truffi (Minivan-Taxi), von wo aus wir dann nochmal einen Eindruck vom Umland von La Paz bekommen konnten.
Für La Paz waren wir von anderen Reisenden vorgewarnt: Eine Großstadt auf rund 4000 Metern Höhe, nicht besonders ansehnlich, Smog, viel Verkehr und nicht es gibt nicht allzuviel zu unternehmen. Das war die Erwartung mit der wir hierhin gekommen sind. Für uns ist La Paz in erster Linie Reiseknotenpunkt nach Rurrenabaque im Amazonasgebiet und später nach Peru. Umso schöner, dass die paar Tage hier dann aber doch ganz spannend waren. La Paz liegt in einem riesigen Kessel von Bergen umringt, von denen die höchsten über 6000 Meter sind. Die Strassen sind steil und aufgrund der Höhe kommt man nur langsam voran oder muss abundzu eine Pause einlegen. Besonders auffällig im Straßenbild war für uns, dass die Bürgersteige von Arbeitern gesäumt waren, die an kleinen Schreibtischen unter Sonnenschirmen saßen und unaufhörlich in ihre Schreibmaschinen tippten. Von den kleinen Freiluftbüros bildeten sich teilweise lange Schlangen mit Einheimischen. Wir haben uns schlau gemacht und des Rätsels Lösung war, dass in diesen Tagen die Bolivianer ihre Steuern zahlen müssen und dort die Steuererklärung gemacht wird. Was wir mittlerweile allerdings auch wissen, ist dass die wenigsten Bolivianer ihr geringes Einkommen ernsthaft versteuern...
Nachdem wir am ersten Tag das Stadtzentrum erkundet und uns für den geplanten sechstägigen Abstecher nach Rurrenabaque eingedeckt hatten (mehr Mückenspray, mehr Sonnencreme), fuhren wir einen Tag später nach Tiwanaku. Dabei handelt es sich um eine archäologischen Stätte – und so etwas wie Boliviens Machu Picchu - wo die Ruinen einer Kultur besichtigt werden können, die noch vor den Inka ein riesiges Gebiet unter ihre Fuchtel bringen konnte. Leider wurde hier das Mauerwerk an einigen Ecken mit viel Phantasie restauriert. Alles in allem ein netter Tagestrip inklusive 3 Stunden Fahrt im vollgepackten Truffi (Minivan-Taxi), von wo aus wir dann nochmal einen Eindruck vom Umland von La Paz bekommen konnten.
15 November 2012
Ginger’s Paradise (8.11. – 12.11.2012)
bei Bermejo / 420 m üNN
Ein Insidertipp von Philipp, den wir in Sucre getroffen haben, führte uns in „Ginger’s Paradise“. Hier wohnen Chris und seine Frau Sol mit ihren 5 Kindern seit 15 Jahren in einem kleinen grünen Tal und lassen Gäste an ihrem zugegebermaßen sehr alternativen Lebensstil teilhaben. Wir kamen im separaten, sehr bunt angemalten Gästehaus mit Freiluftdusche und Plumpsklo unter. Wenn man zwischen Frühstück und Mittagessen im Garten oder in der Küche mithilft, bezahlt man weniger für die Unterkunft und kann die persönlichen Fähigkeiten erweitern: zum Beispiel die Kuh melken, vegetarisches Sushi produzieren, Mangomarmelade machen, Brot backen und so weiter... Chris ist Permakulturist und versucht, sich und seine Gäste soweit wie möglich von den Erzeugnissen seines Gartens zu ernähren. Wasser wird aus einer Quelle im Garten geholt. In diesem tropischen Klima gedeihen neben den nervigen Moskitos sozusagen als „Entschädigung“ riesige blaue Schmetterlinge, Blattschneideameisen, Glühwürmchen und Gottesanbeterinnen, die sich abends an den Esstisch gesellen und sich stundenlang anschauen lassen. Neu gewonnenes Insiderwissen: Gottesanbeterinnen lutschen an ihren Fühlern!
Als wir da waren, war Chris gerade im Begriff ein Musikalbum fertigzustellen. Norweger „Trond“, der hier in Bolivien wohnt, war für ein paar Tage da, um die Bilder fürs Albumcover zu zeichnen. Chris ist ein richtig guter Gitarrist und hat jeden Abend einen zum Besten gegeben. Übrigens spielte er in den 90er Jahren in seiner alten Band „American Flag“ mit dem Schlagzeuger von System of a Down zusammen.
Alles in allem ein Aufenthalt, den wir bestimmt nicht vergessen werden, vorallem aufgrund der interessanten Leute, die wir kennengelernt haben und wegen des hervorragenden und abwechslungsreichen Essens, das hier gezaubert wurde.
Unsere Zeit in Bolivien neigt sich langsam dem Ende zu. Wir wollen aber auf jeden Fall noch einen Abstecher in die Pampas machen, was aufgrund der abenteuerlichen Straßenverhältnisse etwas umständlich ist, aber dazu später mehr...
Ein Insidertipp von Philipp, den wir in Sucre getroffen haben, führte uns in „Ginger’s Paradise“. Hier wohnen Chris und seine Frau Sol mit ihren 5 Kindern seit 15 Jahren in einem kleinen grünen Tal und lassen Gäste an ihrem zugegebermaßen sehr alternativen Lebensstil teilhaben. Wir kamen im separaten, sehr bunt angemalten Gästehaus mit Freiluftdusche und Plumpsklo unter. Wenn man zwischen Frühstück und Mittagessen im Garten oder in der Küche mithilft, bezahlt man weniger für die Unterkunft und kann die persönlichen Fähigkeiten erweitern: zum Beispiel die Kuh melken, vegetarisches Sushi produzieren, Mangomarmelade machen, Brot backen und so weiter... Chris ist Permakulturist und versucht, sich und seine Gäste soweit wie möglich von den Erzeugnissen seines Gartens zu ernähren. Wasser wird aus einer Quelle im Garten geholt. In diesem tropischen Klima gedeihen neben den nervigen Moskitos sozusagen als „Entschädigung“ riesige blaue Schmetterlinge, Blattschneideameisen, Glühwürmchen und Gottesanbeterinnen, die sich abends an den Esstisch gesellen und sich stundenlang anschauen lassen. Neu gewonnenes Insiderwissen: Gottesanbeterinnen lutschen an ihren Fühlern!
Als wir da waren, war Chris gerade im Begriff ein Musikalbum fertigzustellen. Norweger „Trond“, der hier in Bolivien wohnt, war für ein paar Tage da, um die Bilder fürs Albumcover zu zeichnen. Chris ist ein richtig guter Gitarrist und hat jeden Abend einen zum Besten gegeben. Übrigens spielte er in den 90er Jahren in seiner alten Band „American Flag“ mit dem Schlagzeuger von System of a Down zusammen.
Alles in allem ein Aufenthalt, den wir bestimmt nicht vergessen werden, vorallem aufgrund der interessanten Leute, die wir kennengelernt haben und wegen des hervorragenden und abwechslungsreichen Essens, das hier gezaubert wurde.
Unsere Zeit in Bolivien neigt sich langsam dem Ende zu. Wir wollen aber auf jeden Fall noch einen Abstecher in die Pampas machen, was aufgrund der abenteuerlichen Straßenverhältnisse etwas umständlich ist, aber dazu später mehr...
Samaipata (4.11. – 8.11.2012)
Samaipata / 1700 m üNN
Nach drei Wochen Stadtleben war die Zeit im kleinen Samaipata genau das richtige für uns. Wir kamen bei Tagesanbruch in dem Dorf an. Weil um diese Zeit die Busse und Trucks aus Sucre vorbeikommen, war auch schon ein Teil der Bewohner auf den Beinen. Eigentlich hatten wir uns für Bolivien und Peru vorgenommen, auf Nachtfahrten zu verzichten, um das Überfall- und Unfallrisiko etwas zu verringern. Allerdings stellten wir schnell fest, dass tagsüber generell gar keine Busverbindungen angeboten werden. Das liegt daran, dass ein großer Teil der ohnehin nur sporadisch asphaltierten (Haupt)Straßen Baustelle ist und am Tag die Straßen einfach mal stundenlang komplett gesperrt werden. Wann und wie lange Vollsperrungen vorgenommen werden, dringt aber nie bis zur Busgesellschaft oder zum gemeinen Verkehrsteilnehmer durch, so dass man teilweise stundenlang irgendwo festhängt. Zum allgemeinen Baustellenproblem gesellt sich zudem noch die Streiklust der Bolivianer –grundsätzlich gilt daher der Reisegrundsatz „Man weiß erst, dass man hinkommt, wenn man da ist“.
Achso –Samaipata... Erwähnenswert ist zuallererst, dass die Gegend tiefer liegt als die Orte, die wir die letzte Zeit bereist haben und das bedeutet: Nach einigen Wochen Felslandschaft ist es wieder richtig grün! Etwa 10 km entfernt befindet sich die archäologische Stätte „El Fuerte“, deren Ursprung auf das 3. Jahrhundert a.D. geschätzt wird. Auf dem höchsten Punkt ruht ein riesiger Felsen, der das spirituelle Zentrum bildete. In den Fels wurden unzählige Muster, Stufen und Nischen gemeißelt, die noch sehr gut zu erkennen sind. Der Ort wurde im Laufe der Zeit von verschiedenen Kulturen weiter ausgebaut und ergänzt, so dass um den Fels herum weitere Ruinen aus präkolumbischer Zeit, aber auch von den Spaniern existieren. Schön bei weniger populären Orten wie diesen ist, dass außer uns fast keiner da war.
In diesem Teil Boliviens und in Peru kündigt sich jetzt langsam die Regenzeit an. Tatsächlich regnete hin und wieder mal, aber für ein paar Kurzwanderungen in die umliegenden Berge war das Wetter in Ordnung – ist ja auch nicht kalt, wenn man mal nass wird. Wenn es mal richtig schüttet, stellt man sich zusammen mit dem Dorfhund (es kommt fast immer einer zum Spaziergang mit) unter einen Baum und wartet Kekse mümmelnd auf das Ende des Schauers.
Nach drei Wochen Stadtleben war die Zeit im kleinen Samaipata genau das richtige für uns. Wir kamen bei Tagesanbruch in dem Dorf an. Weil um diese Zeit die Busse und Trucks aus Sucre vorbeikommen, war auch schon ein Teil der Bewohner auf den Beinen. Eigentlich hatten wir uns für Bolivien und Peru vorgenommen, auf Nachtfahrten zu verzichten, um das Überfall- und Unfallrisiko etwas zu verringern. Allerdings stellten wir schnell fest, dass tagsüber generell gar keine Busverbindungen angeboten werden. Das liegt daran, dass ein großer Teil der ohnehin nur sporadisch asphaltierten (Haupt)Straßen Baustelle ist und am Tag die Straßen einfach mal stundenlang komplett gesperrt werden. Wann und wie lange Vollsperrungen vorgenommen werden, dringt aber nie bis zur Busgesellschaft oder zum gemeinen Verkehrsteilnehmer durch, so dass man teilweise stundenlang irgendwo festhängt. Zum allgemeinen Baustellenproblem gesellt sich zudem noch die Streiklust der Bolivianer –grundsätzlich gilt daher der Reisegrundsatz „Man weiß erst, dass man hinkommt, wenn man da ist“.
Achso –Samaipata... Erwähnenswert ist zuallererst, dass die Gegend tiefer liegt als die Orte, die wir die letzte Zeit bereist haben und das bedeutet: Nach einigen Wochen Felslandschaft ist es wieder richtig grün! Etwa 10 km entfernt befindet sich die archäologische Stätte „El Fuerte“, deren Ursprung auf das 3. Jahrhundert a.D. geschätzt wird. Auf dem höchsten Punkt ruht ein riesiger Felsen, der das spirituelle Zentrum bildete. In den Fels wurden unzählige Muster, Stufen und Nischen gemeißelt, die noch sehr gut zu erkennen sind. Der Ort wurde im Laufe der Zeit von verschiedenen Kulturen weiter ausgebaut und ergänzt, so dass um den Fels herum weitere Ruinen aus präkolumbischer Zeit, aber auch von den Spaniern existieren. Schön bei weniger populären Orten wie diesen ist, dass außer uns fast keiner da war.
In diesem Teil Boliviens und in Peru kündigt sich jetzt langsam die Regenzeit an. Tatsächlich regnete hin und wieder mal, aber für ein paar Kurzwanderungen in die umliegenden Berge war das Wetter in Ordnung – ist ja auch nicht kalt, wenn man mal nass wird. Wenn es mal richtig schüttet, stellt man sich zusammen mit dem Dorfhund (es kommt fast immer einer zum Spaziergang mit) unter einen Baum und wartet Kekse mümmelnd auf das Ende des Schauers.
03 November 2012
Sucre II – Dinosaurier, indigene Märkte und Allerheiligen auf bolivianisch (15.10. – 03.11.2012)
In einem nahegelegenen Kalksteinbruch vor den Toren der Stadt wurde vor einiger Zeit eine Entdeckung gemacht, die einzigartig auf der Welt ist: Es wurde bei Abbrucharbeiten eine Sedimentschicht freigelegt, auf der sich etwa 5000 Dinosaurierfußspuren befinden. Aufgrund tektonischer Bewegungen ist diese ehemalige Ebene nun eine senkrechte Wand, auf der sich die massiven Fußabdrücke abbilden. Die Felswand ist bis zu 125 Meter hoch und mehrere 100 Meter lang. Leider konnte man aber nicht sehr nahe heran und der kürzlich errichtete kleine Themenpark war nicht sehr bemerkenswert. Sehr bemerkenswert war hingegen der „Dinobus“, der uns von der Hauptplaza zum Dinopark brachte: Das war nämlich ein alter LKW mit einem selbstgeschweißten Doppelstockaufbau, dessen Sitze lediglich angeschweißte Bürostühle waren. TÜV gibts hier offensichtlich nicht.
Für einen Sonntagsausflug bietet sich das nahegelegene Tarambuco an. Hier gibts einen Wochenmarkt auf dem vor allem Textilien aber eigentlich auch alles andere nur erdenkliche wie z.B. Coca-Blätter, in Colaflaschen abgefülltes Benzin und Gewürze, feilgeboten werden. Hin kommt man in 2 Etappen: zunächst vom Hauptmarkt bis zum zu einem bestimmten Punkt in der Stadt (wird der einfachheithalber als „Ausfahrt nach Tarabuco“ bezeichnet) mit einem Micro (mittelgroßer Bus) und danach weiter mit einem Minivan. Wie auch schon zuvor in Asien wird dem ausländischen Reisenden bewusst über wie viel Platz diese kleinen Gefährte eigentlich verfügen – in der Regel denkt man mindestens 2 Mal vor der endgültigen Abfahrt „Ah nun gehts gleich los, wir sind voll“. Gesetzt wird sich im Reißverschlußverfahren: dein Bein, anderes Bein, nochmal dein Bein. Da war dem alten Mann der Uli gegenüber saß schon etwas mulmig, als ihr Bein doch gefährlich weit in seinen Privatbereich reinragte. Schlußendlich sind wir aber alle heil am Ziel angekommen. In Tarambuco konnten wir auch unsere Coca-Tee-Vorräte aufstocken. Der ist übrigens sehr lecker, hat aber keine starke aufputschende Wirkung – vielleicht müssen wir aber noch an der Dosierung schrauben.
Auf die letzten Tage in Sucre konnten wir noch einen Feiertag miterleben: den Tag der Toten. An diesem Tag kommen die Toten zu Besuch und dieses Ereignis feiert man kräftig mit speziellen Gerichten, viel Alkohol und tollem Gebäck, was auch den Lebendigen mundet. Die religiösen Feste basieren zwar oft auf den christlichen Feiertagen, aber aufgrund der überwiegend indigenen Bevölkerung ist eine Art kulturelle Mischung entstanden. Deswegen finden auf Allerheiligen Opferrituale auf dem Friedhof statt, es wird gefeiert und man erwartet Geister, Dämonen und so weiter, die in der Nacht vorbeikommen.
Nach fast 3 Wochen geht unsere Zeit in Sucre nun zu Ende – und es wird auch mal wieder Zeit aus dem 6-Bett-Zimmer rauszukommen. Nächster Halt ist Samaipata, ein kleiner Ort etwa 300 km nordöstlich von Sucre, in dem man hervorragend wandern kann.
Für einen Sonntagsausflug bietet sich das nahegelegene Tarambuco an. Hier gibts einen Wochenmarkt auf dem vor allem Textilien aber eigentlich auch alles andere nur erdenkliche wie z.B. Coca-Blätter, in Colaflaschen abgefülltes Benzin und Gewürze, feilgeboten werden. Hin kommt man in 2 Etappen: zunächst vom Hauptmarkt bis zum zu einem bestimmten Punkt in der Stadt (wird der einfachheithalber als „Ausfahrt nach Tarabuco“ bezeichnet) mit einem Micro (mittelgroßer Bus) und danach weiter mit einem Minivan. Wie auch schon zuvor in Asien wird dem ausländischen Reisenden bewusst über wie viel Platz diese kleinen Gefährte eigentlich verfügen – in der Regel denkt man mindestens 2 Mal vor der endgültigen Abfahrt „Ah nun gehts gleich los, wir sind voll“. Gesetzt wird sich im Reißverschlußverfahren: dein Bein, anderes Bein, nochmal dein Bein. Da war dem alten Mann der Uli gegenüber saß schon etwas mulmig, als ihr Bein doch gefährlich weit in seinen Privatbereich reinragte. Schlußendlich sind wir aber alle heil am Ziel angekommen. In Tarambuco konnten wir auch unsere Coca-Tee-Vorräte aufstocken. Der ist übrigens sehr lecker, hat aber keine starke aufputschende Wirkung – vielleicht müssen wir aber noch an der Dosierung schrauben.
Auf die letzten Tage in Sucre konnten wir noch einen Feiertag miterleben: den Tag der Toten. An diesem Tag kommen die Toten zu Besuch und dieses Ereignis feiert man kräftig mit speziellen Gerichten, viel Alkohol und tollem Gebäck, was auch den Lebendigen mundet. Die religiösen Feste basieren zwar oft auf den christlichen Feiertagen, aber aufgrund der überwiegend indigenen Bevölkerung ist eine Art kulturelle Mischung entstanden. Deswegen finden auf Allerheiligen Opferrituale auf dem Friedhof statt, es wird gefeiert und man erwartet Geister, Dämonen und so weiter, die in der Nacht vorbeikommen.
Nach fast 3 Wochen geht unsere Zeit in Sucre nun zu Ende – und es wird auch mal wieder Zeit aus dem 6-Bett-Zimmer rauszukommen. Nächster Halt ist Samaipata, ein kleiner Ort etwa 300 km nordöstlich von Sucre, in dem man hervorragend wandern kann.
So etwas wie Alltag in Sucre (15.10. – 03.11.2012)
Sucre / 2.710 m üNN
Nach viel Herumreiserei ist es auch immer mal wieder schön, einen längeren Aufenthalt einzuplanen. Wir hatten schon seit einiger Zeit vor, in der überschaubaren Hauptstadt mit 200.000 Einwohnern etwas länger zu bleiben und unsere Spanischkenntnisse auf Vordermann zu bringen. Mit dem Hostel Gringos Ricon war die sympathische Basis für einen (Dauer)Aufenthalt auch schnell gefunden. Zack noch eine Spanischschule ausgesucht und ab dafür: 4 Stunden Einzelunterricht pro Tag plus Hausaufgaben am Nachmittag. In der Praxis sah das so aus, dass Ben am ersten Tag buntes Holzspielzeug sortierte („es una papaya, es una tomate, es un platano...“), während Uli nebenan schon unregelmäßige Verben durch alle Zeitformen konjugierte und sich mit ihrer Lehrerin unterhielt. In den letzten drei Wochen machten wir aber beide Fortschritte (Ben in der „Kreis-“ und Uli in der „Bundesliga“ wenn man das so sagen kann), so dass uns auf der restlichen Reise bestimmt nicht mehr alles Spanisch vorkommt.
Unser Hostel war wie schon gesagt richtig gut. Teilweise buchen wir Hostels über hostelworld.com vor. Auf der Homepage kann sich jeder nach seinem Aufenthalt einloggen und eine Punktewertung sowie einen Kommentar abgeben. So bekommt man schnell einen realistischen Eindruck davon, was einen hinter der Hosteltür erwartet. Andere Seiten wie Tripadvisor sind öffentlich, was zur Folge hat, dass jeder ein Hotel kommentieren kann und folglich einige Bewertungen Fakes sind (zum Beispiel vom Besitzer). Unser Hostel hatte eine unschlagbare Bewertung von 97%. Das ist echt ungewöhnlich, normalerweise liegen gute Hostels vielleicht zwischen 80% und 90%, drum wollten wir uns hier selbst einen Eindruck verschaffen: Diese Hammerbewertung war verdient und geht auf die Kappe von Mike, dem Besitzer aus Dülmen. Der hat das Hostel vor eineinhalb Jahren eröffnet, ist vorher selbst überall rumgereist und hat basierend auf seinen Erfahrungen (s)einen Backpackertraum erschaffen. Alles ist blitzsauber, die Übernachtungspreise sind günstig, es gibt eine perfekt ausgestattete Küche, eine Dachterrasse, von der aus man über die Stadt sehen kann und und und... Mike macht alles selber und hat keine Angestellten. Er ist nahezu 24 Stunden / 7 Tage die Woche für uns da. Nur Freitags nimmt er sich abends 3 Stunden frei und sucht die nächste Bar auf. Frau und Kind wohnen auf der anderen Straßenseite, während er an der Rezeption sitzt oder unter der Treppe in seinem Kämmerchen pooft - interessantes Familienmodell.
Wir sind drei Blocks vom Zentralplatz der Stadt entfernt und alles ist fußläufig erreichbar. Lieblingsziel eines jeden Ausflugs ist der mercado central auf dem wir täglich Obst und Gemüse kaufen. Nach einer Zeit bekommt man am Stand seines Vertrauens auch mal eine Zwiebel extra und wird von der Marktfrau schon mit „hola mamacita“ begrüßt, wenn man um die Ecke biegt. Im Innenof des Marktes stehen etwa 20 Stände, an denen Obstsalate und Milchshakes von Marktfrauen im blauen Kittel verkauft werden. Dort schlugen wir eigentlich jeden Mittag für unsere tägliche Vitamindosis auf. Die Fleischabteilung, an dessen Eingang seit einiger Zeit ein abgesägter Rinderkopf liegt, haben wir allerdings gemieden.
Sucre war in jedem Falle wie gemacht für einen längeren Aufenthalt. Nicht zu groß, nicht zu runtergerockt super Wetter und nette Leute.
Schlussanekdote:
Als wir ankamen, lernten wir Philipp aus Wuppertal kennen. Nach etwa einer Woche, an einem der letzten Tage vor seiner Abfahrt stellte sich heraus, dass er mal in Köln gewohnt hat. Dann kam irgendwie das Sauerland zur Sprache und er meinte, dass er einen guten Freund von dort hat, mit dem er in Köln in einer WG gewohnt hat. Kurz und bündig: Philipp wohnte mit einem von Bens Freunden zusammen und kennt folglich einen großen Teil von Bens Bekanntenkreises! Wahrscheinlich ist man sich vorher sogar schonmal über den Weg gelaufen - der Gesprächsstoff der nächsten (langen) Abende war also gesichert.
Nach viel Herumreiserei ist es auch immer mal wieder schön, einen längeren Aufenthalt einzuplanen. Wir hatten schon seit einiger Zeit vor, in der überschaubaren Hauptstadt mit 200.000 Einwohnern etwas länger zu bleiben und unsere Spanischkenntnisse auf Vordermann zu bringen. Mit dem Hostel Gringos Ricon war die sympathische Basis für einen (Dauer)Aufenthalt auch schnell gefunden. Zack noch eine Spanischschule ausgesucht und ab dafür: 4 Stunden Einzelunterricht pro Tag plus Hausaufgaben am Nachmittag. In der Praxis sah das so aus, dass Ben am ersten Tag buntes Holzspielzeug sortierte („es una papaya, es una tomate, es un platano...“), während Uli nebenan schon unregelmäßige Verben durch alle Zeitformen konjugierte und sich mit ihrer Lehrerin unterhielt. In den letzten drei Wochen machten wir aber beide Fortschritte (Ben in der „Kreis-“ und Uli in der „Bundesliga“ wenn man das so sagen kann), so dass uns auf der restlichen Reise bestimmt nicht mehr alles Spanisch vorkommt.
Unser Hostel war wie schon gesagt richtig gut. Teilweise buchen wir Hostels über hostelworld.com vor. Auf der Homepage kann sich jeder nach seinem Aufenthalt einloggen und eine Punktewertung sowie einen Kommentar abgeben. So bekommt man schnell einen realistischen Eindruck davon, was einen hinter der Hosteltür erwartet. Andere Seiten wie Tripadvisor sind öffentlich, was zur Folge hat, dass jeder ein Hotel kommentieren kann und folglich einige Bewertungen Fakes sind (zum Beispiel vom Besitzer). Unser Hostel hatte eine unschlagbare Bewertung von 97%. Das ist echt ungewöhnlich, normalerweise liegen gute Hostels vielleicht zwischen 80% und 90%, drum wollten wir uns hier selbst einen Eindruck verschaffen: Diese Hammerbewertung war verdient und geht auf die Kappe von Mike, dem Besitzer aus Dülmen. Der hat das Hostel vor eineinhalb Jahren eröffnet, ist vorher selbst überall rumgereist und hat basierend auf seinen Erfahrungen (s)einen Backpackertraum erschaffen. Alles ist blitzsauber, die Übernachtungspreise sind günstig, es gibt eine perfekt ausgestattete Küche, eine Dachterrasse, von der aus man über die Stadt sehen kann und und und... Mike macht alles selber und hat keine Angestellten. Er ist nahezu 24 Stunden / 7 Tage die Woche für uns da. Nur Freitags nimmt er sich abends 3 Stunden frei und sucht die nächste Bar auf. Frau und Kind wohnen auf der anderen Straßenseite, während er an der Rezeption sitzt oder unter der Treppe in seinem Kämmerchen pooft - interessantes Familienmodell.
Wir sind drei Blocks vom Zentralplatz der Stadt entfernt und alles ist fußläufig erreichbar. Lieblingsziel eines jeden Ausflugs ist der mercado central auf dem wir täglich Obst und Gemüse kaufen. Nach einer Zeit bekommt man am Stand seines Vertrauens auch mal eine Zwiebel extra und wird von der Marktfrau schon mit „hola mamacita“ begrüßt, wenn man um die Ecke biegt. Im Innenof des Marktes stehen etwa 20 Stände, an denen Obstsalate und Milchshakes von Marktfrauen im blauen Kittel verkauft werden. Dort schlugen wir eigentlich jeden Mittag für unsere tägliche Vitamindosis auf. Die Fleischabteilung, an dessen Eingang seit einiger Zeit ein abgesägter Rinderkopf liegt, haben wir allerdings gemieden.
Sucre war in jedem Falle wie gemacht für einen längeren Aufenthalt. Nicht zu groß, nicht zu runtergerockt super Wetter und nette Leute.
Schlussanekdote:
Als wir ankamen, lernten wir Philipp aus Wuppertal kennen. Nach etwa einer Woche, an einem der letzten Tage vor seiner Abfahrt stellte sich heraus, dass er mal in Köln gewohnt hat. Dann kam irgendwie das Sauerland zur Sprache und er meinte, dass er einen guten Freund von dort hat, mit dem er in Köln in einer WG gewohnt hat. Kurz und bündig: Philipp wohnte mit einem von Bens Freunden zusammen und kennt folglich einen großen Teil von Bens Bekanntenkreises! Wahrscheinlich ist man sich vorher sogar schonmal über den Weg gelaufen - der Gesprächsstoff der nächsten (langen) Abende war also gesichert.
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