31 August 2012

Standhund Suki


schüttel dein Haar


Gewächshaus: die Plane hinten haben wir draufgezwirbelt


Gartenananas


Ein Schritt zurück nach vorn (19.8. – 24.8.2012)

Nachdem das vorherige Kapitel von uns mental schnell abgehakt wurde, genossen wir also ein paar weitere wunderbare Tage mit Jacki und Alan. Zeitgleich kam auch Jackis Tochter Nicola aus Thailand zurück. Nicola ist etwas jünger als wir und hat Design studiert. Aber eigentlich malt sie viel lieber neuseeländische Landschaften. Die Bilder sind schon sehr beeindruckend, nur man weiß ja wie das Geschäft meistens bei jungen Künstlern so ist... Deswegen sucht sie nun parallel nach einem Brotjob. Eine willkommene Abwechslung für Ben, der sie beim Portfolioentwurf etwas unterstützte.

Übrigens wohnten wir diesesmal aufgrund von Nicolas Rückkehr im Gästezimmer des Haupthauses. Dort nistete sich vor zwei Jahren ein Bienenvolk in der Holzständerwand ein. Weil Jacki und Alan das Volk natürlich nicht vergiften wollen, soll es nach unserem Besuch umgesiedelt werden. So kann es auf dem Grundstück bleiben und weiterhin Pflanzen zu befruchten. Wenn man über die Wand in unserem Zimmer fühlt spürt man die Wärme, die vom Bienenstock ausgeht, deutlich. Schade, dass man nicht reingucken kann.

Als nächstes fahren wir mit dem Zug nach Pacific Palms. Da wohnen wir dann bei zwei Architekten ganz nah am Meer.

30 August 2012

Patient im Koala-Hospital


Port Macquarie´s Koala-Ambulanz


Auf dem Weg nach Port Macquarie


Wer passt hier auf wen auf?


Das Knuddel-Alpaca kam immer angehuscht, um gestreichelt zu werden


Auf der Glenshiel Alpaca Farm in Telegraph Point (13.8. – 19.8.2012)

Unweit von Jackies und Alans Farm hatten wir einen weiteren Wwoofing-Platz arrangiert, der für 10 Tage unser Zuhause werden sollte. Kathryn ist eine pensionierte Lehrerin, die Alpacas züchtet und deren Herde momentan etwa 35 Tiere zählt.

Nachdem wir bei unserem Aufenthalt bei Jacki und Alan das Gefühl hatten, dass sich Topf und Deckel gefunden haben, wurden wir hier anschließend eher enttäuscht. Das liegt an der einfachen Tatsache, dass es beim Wwoofen ja nicht nur darum geht, dass man ein paar Stunden am Tag auf einer Farm arbeitet und als Gegenleistung Unterkunft und Essen gestellt bekommt. Es geht vielmehr um einen kulturellen Austausch und dass man nützliche Erfahrungen für sich sammelt – zum Beispiel etwas über biologischen Gartenbau, alternative Lebensweisen oder sonstwas. Obwohl sich unsere Gastgeberin echt Mühe gegeben hat wurde nach relativ kurzer Zeit wurde klar, dass wir an diesem Platz nicht viel Neues kennenlernen. Zuerst müssen wir erklären, dass Kathryn  an sich eine nette und engagierte Gastgeberin ist - es hat einfach an der Ausführung gehapert. Im Vergleich zu unseren vergangenen 7 Gastgebern hatten wir hier nämlich die  längsten Arbeitszeiten und das schlechteste Essen: Kathryn ist keine begnadete Köchin und gesunde Ernährung ist nicht gerade ihr Steckenpferd. Man kann ihr noch nicht einmal schlechte Absichten unterstellen. Sie erklärte uns nämlich, dass sie versucht, sich so „organic“ wie möglich zu ernähren. Beim Punkt Salat und Zitusfrüchten aus dem eigenen Garten klappte das auch. Ansonsten gab es dann aber meistens Fertigessen aus der Mikrowelle, Fertigsalate und „Scheiblettenkäse“, hier auch „plastic-cheese“ genannt.

Long story short: Uns war schnell klar, dass wir früher abreisen werden. Zu unserem Glück haben Jacki und Alan uns eingeladen, unsere letzten Tage in der Gegend bei ihnen zu verbringen. Also machen wir uns auf den Weg zurück zur River Gums Farm.

26 August 2012

laurieton


indisches dinner mit jacki, margaret und alan


unser 1a gästehaus


oben haben wir gewohnt


River Gums Farm in Telegraph Point (7.8. – 13.8.2012)

Ein kleiner Hopser auf der australischen Landkarte, der für uns eine neunstündige Busfahrt bedeutete, brachte uns von Queensland nach Port Macquarie in New South Wales. Dort haben wir uns mit Jackie verabredet, die uns von hier aus auf ihre Biofarm in der Nähe von Telegraph Point mitnehmen wird. Praktischerweise arbeitet Jacki arbeitet einmal in der Woche in Port Macquarie bei der RSPCA, was so etwas wie der australische Tierschutzbund ist. Alan arbeitet als Arzt im nahegelegenen Krankenhaus. Eigentlich ist er sogar der Direktor, aber der Kapuzenpulli und Vollbart tragende Gastgeber ist die Bescheidenheit in Person und macht keinen grossen Bohei darum.

Um es auf den Punkt zu bringen: Unser Aufenthalt war richtig toll, aber mit nur 6 Tagen eigentlich zu kurz, da wir hier ganz wunderbare Leute kennengelernt haben. Das ist schon ganz bemerkenswert, wie schnell wir uns bei gänzlich unbekannten Leuten wie Freunde aufgenommen fühlten. Schön, wenns einfach passt. Die beiden stammen übrigens aus Neuseeland, haben unter anderem mal für zwei Jahre in Irland gelebt und sind auch sonst ziemlich reiselustig.

Wir wohnten im Chalet nahe dem kunterbunten Haus von Jackie und Alan im Dachgeschoss. Das Untergeschoss ist das zuhause von Jackies Mama, die wunderbare Dattelscones und Zitonenkuchen backt.
Die Arbeit auf River Gums: Morgens fütterten wir zuerst gemeinsam mit Jacki die Tiere: Zur Zeit waren es nur fünf Bullen und drei Hühnchen. Da die Bullen im Winter Zitrusfrüchte (Vitamine!) bekommen, haben wir jeden Morgen einen kleinen Obstsalat zubereitet. Anschließend wurden verschiedene Miniprojekte im Gemüsegarten in Angriff genommen, Unkraut eingesammelt oder Kompost hergestellt. Neben Paprikas, Bananen, Erdbeeren und Riesenzitronen wächst hier sogar Ananas. Die Arbeiten erledigten wir unter der Beobachtung von Suki, dem Labrador. Bei dieser Hündin hat man das Gefühl, dass sie eine bessere Erziehung genossen hat als so mancher Homo Sapiens dieser Tage. Wenn Suki aus dem Garten ins Haus kommt, wartet sie z.B. artig auf der Fußmatte, bis man ihr die Füße abgeputzt hat. Unglaublich! Ob Suki überhaupt bellen kann, wissen wir auch nicht.

Am vergangenen Wochenende wurde uns dann kurzerhand eines der Autos zur Verfügung gestellt, mit dem wir durch die Gegend fahren konnten. Nachdem wir Alan zum Golfen abgesetzt hatten, fuhren wir zwei also nach Laurieton. Ein kleiner Ort mit Strand, Bergen und Wald, wo wir auf unserer Miniwanderung aufgrund des unbeständigen Wetters mit einem wahnsinnig tollen Regenbogen am Aussichtspunkt entschädigt wurden. Während unserer Abwesenheit bereitete Jacki den Tag über das Dinner vor: Die beiden verreisen nämlich nicht nur gerne mal nach Indien, sondern sie lieben auch die indische Küche - hängt ja vielleicht auch zusammen. Gegessen wurde dann auch wie es sich gehört mit den Fingern. Formidabel!

Fazit: Leider einer unserer kürzesten Aufenthalte, aber mit Sicherheit einer der unvergesslichen Art.

05 August 2012

Witches Falls: ältester Nationalpark in Queensland


Witches Falls NP


Curtis Falls


Palm Grove National Park


Pademelon - Waldkänguruh


Tamborine Mountain National Park - Knoll Section


Palm Grove National Park


Walks im Regenwald

Auf einem Hochplateau gelegen sind die zum Teil sehr steil abfallenden Abhänge des Tamborine Mountain durch Regenwald geprägt. Wir nutzten unsere Zeit hier ausgiebig, um den Wald und seine Bewohner zu erkunden. Wenn man in den Wald eintaucht wird es schlagartig dunkel, feuchter und kühl. Die Bäume mit Lianen sind riesig, es gibt Palmen, Bäche, Wasserfälle, Felsen, Matsche und die Sonne ist meistens nur in den Baumkronen auszumachen, wo sie das Blätterdach in ein saftiges Grün einfärbt. Eigentlich hat man immer das Gefühl, dass es dämmert und bald richtig dunkel wird, aber wenn man den Wald wieder verlässt fällt dir wieder ein, dass es eigentlich hellichter Tag ist – eine andere Welt.

Manchmal ist es ganz leise, manchmal ist der Wald voll mit exotischen Vogelgeräuschen. Abgesehen von Kookaburras und Wild Turkeys ist hier auch der Lyrebird anzutreffen (Uli hat den scheuen Stimmenimitator ein paar mal kurz gesehen). Außerdem lebt hier das Pademelon. Das ist ein kleines Waldkänguruh, was in Sachen Knuddelfaktor mit jedem Steifftier locker mithalten kann. Wenn das Pademelon unterwegs ist, kracht es meistens lautstark durchs Unterholz und schlägt mit seinem Schwanz auf den Boden. Damit beabsichtigt es, andere Tiere abzuschrecken, bevor sie gesehen werden. Dann ist es mit dem Respekt nämlich zu spät...Auf der Flucht pest es mit Karracho durch den Wald, so dass man Angst hat, dass es am nächsten Baum kleben bleibt – ist aber noch nie was passiert...

03 August 2012

Brum Brum


in voller Fahrt mit dem Quad


Injektionen gegen den in Queensland allgegenwärtigen Avocado-Pilz (Phytophthora-Wurzelfäule)


im wildesten part des orchards


bei Regen wird im shed gearbeitet


..Ben mit dem polepicker


Uli pflückt Avocados


hier ein Vorher (rechts) - Nachher (links) Bild


Arbeit im Orchard (Tamborine Mountain 17.06. – 07.08.2012)

Wie schon erwähnt wurde die Farm erst vor kurzem in Bretts Obhut übergeben, um sie innerhalb von fünf Jahren wieder auf Vordermann zu bringen. Brett hat hier vorher schon gearbeitet und kennt sich mit Avocadobäumen sowieso bestens aus. Deswegen können wir hier unsere Kenntnisse, die wir auf den anderen Farmen erworben haben, ausbauen. Brett kann nämlich super erklären und macht das auch ganz gewissenhaft und ausführlich.

Bei der Orchardsäuberung geht es etwas gröber zur Sache. Die Bäume sind bis zu 40 Jahre alt, total zugewuchert und ziemlich groß. Hier kommen beim Prunen keine Rosenscheren, sondern Kettensägen zum Einsatz und beim Unkrautjäten muss man sich teilweise erstmal der Machete bedienen (@Mamas: keine Panik, Kettensäge macht der Chef). Langeweile kommt hier jedenfalls nicht auf, weil es an allen Ecken was zu tun gibt. Zwischen den Avocadoaleen wuchsen Kürbisse, die wir kürzlich geerntet haben, wir haben den Geräteschuppen neu organisiert, Brennholz gemacht und schließlich Avocados geerntet. Im Orchard wird sich aufgrund der Größe mit Quad-Bikes fortbewegt, was ziemlich Spass macht. Hin und wieder können wir auch mal Trekker fahren. Ben war neulich zum Mähen abkommandiert und war kaum noch von dem Apparat herunterzubekommen.

Wir haben beschlossen Tamborine Mountain am kommenden Dienstag zu verlassen, um in unserer restlichen Zeit in Australien noch ein wenig mehr anzuschauen. Bis Mitte September werden wir mit meheren Zwischenstopps die Ostküste in Richtung Sydney bereisen.

Ein Highlight der letzten Woche: Der Campervan für Neuseeland ist gebucht – yeah!