Arequipa / 2.300 m üNN
Cabananaconde / 3.287 m üNN
Nun fahren wir schon zum zweiten Mal in eine Stadt, die als „die weiße Stadt“ bezeichnet wird... neben Sucre in Bolivien, eben auch Arequipa in Peru. Den Namen trägt die Stadt aufgrund der historischen Häuser im Stadtkern, die aus vulkanischem Sillargestein gebaut wurden. Obwohl diese Häuser eher gräulich als strahlend weiß sind, macht die Innenstadt schon was her. Schön ist auch, dass es nicht nur die Nobelläden sind, die diese alten Gemäuer bewohnen, sondern dass selbst ein Dönerladen hier mit schickem Gewölbe auffahren kann. Ansonsten ist Arequipa sehr groß und geschäftig (zweitgrößte Stadt Perus) und ziemlich modern. Eingerahmt wird die Stadt von drei Vulkanen, deren schneebedeckte Kuppen sich in der Ferne erheben.
Passend zur Jahreszeit sind wir hier auch über einen Weihnachtsmarkt geschlendert. In T-Shirt und kurzer Hose vermisst man den nicht vorhandenen Glühwein allerdings nicht. Die Peruaner scheinen verrückt nach Krippen zu sein, so kann man hier die mit Lametta geschmückten Krippchen kaufen und mit gewohntem und ungewohnten Ensemble bestücken – nach Ansicht der Peruaner war in der heiligen Nacht natürlich auch ein Lama bei Jesu Geburt zugegen.
Von hier aus unternahmen wir einen dreitägigen Abstecher zum Colca-Canyon. Dieser gehört zu den tiefsten Schluchten der Welt und ist besonders als Habitat der Andenkondore bekannt. Nachdem unser Versuch in Bolivien ins Wasser gefallen war, nahmen wir nun einen zweiten Anlauf, um die Vögel zu sichten. Nach sechs Stunden holpriger Busfahrt über einen Pass, durch Tunnel und an Lamaherden vorbei kamen wir in Cabanaconde an. Ein kleines Dorf, von dem wir bereits wussten, dass es sehr „basic“ sein soll – so war es dann auch. Nichts los in den Gassen. Schwierig was zu essen zu finden, aber ruhig. Praktischerweise befand sich im Hostel eins der wenigen Restaurants, das abends öffnete und Alpacagerichte servierte.
Am nächsten Morgen fuhren wir zum Cruz del Condor. Aufgrund der thermischen Verhältnisse besteht hier bei gutem Wetter die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, Kondore zu sichten. Wir warteten etwa eine viertel Stunde an einer Terrasse am Abhang des Canyons und plötzlich hörten wir ein „schhhhhhhhhhhhhh“ und direkt vor uns –also wenige Meter entfernt- erhob sich ein riesiger Kondor aus dem Canyon und segelte an uns vorbei. Die Spannweite beträgt ja bis zu 3 Meter und wenn man das erste Mal so ein Exemplar sieht, bekommt man eine wirkliche Vorstellung, wie riesig die eigentlich wirklich sind. Adler gab es hier übrigens auch, aber die wirken nach der ersten Kondorsichtung eher mickrig – die können einem fast leid tun, wie wenig Beachtung die hier bekommen. Wir blieben noch eine ganze Weile und beobachteten bis zu vier Kondore gleichzeitig, die in der Schlucht ihre Kreise zogen und hin und wieder an unserer Terrasse (die wir übrigens ganz für uns allein hatten) vorbeisegelten. Schön!
Link Bilder Arequipa
Link Bilder Colca-Canyon
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